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Schulworkshop an der Hochschule der Bildenden Künste Athen mit Mitgliedern des Chors Clare Breen und Georgia Zachari
Foto: Clare Breen

Vermittlungsprogramm

­Über

Was verschiebt sich? Was treibt hin und her? Was bleibt?

Drei Fragen, die den forschenden Charakter von „eine Erfahrung“, dem Vermittlungsprogramm der documenta 14, bestimmen. Eine Erfahrung deutet auf eine der vielen möglichen Umgebungen gemeinsamer Untersuchungen hin. Das Programm knüpft Kontakte zu Bildungseinrichtungen, zu von Künstler_innen betriebenen Räumen und zu Stadtvierteln, um die Wechselbeziehungen zwischen Kunst, Bildung und der Ästhetik menschlichen Miteinanders auszuloten. Als umfassendes Projekt lässt sich die documenta 14 – mit ihrem Arbeitstitel Lernen von Athen – nicht in Ausstellung, öffentliche Programme und Vermittlungsprogramm unterteilen. Vielmehr setzt sie auf kollektives Handeln und individuelle Fähigkeiten und knüpft auf ihrem Weg kontinuierlich weitere Freundschaften. Ähnlich entwickelt „eine Erfahrung“ einen von Künstler_innen geleiteten prozessorientierten Ansatz, der durch Forschung, Begegnungen, Zuhören, Unterhaltungen, Spaziergänge, Lektüre und Betrachtungen Wissen sammelt, dieses aber wie ein atmender Organismus auch wieder in Umlauf bringt. Die Begegnung zwischen Kunst, Künstler_innen und Öffentlichkeit ist unser Ausgangspunkt; wir lernen von dem Kontext, in dem wir uns befinden.… Mehr

Der Neologismus aneducation, der irgendwo zwischen Anarchie und Pädagogik angesiedelte englische Name des Programms, ist ein trügerisches Wort – aneducation: Wer es hört, kann nicht wissen, wie man es schreibt, es lässt also Raum für produktive Missverständnisse. In diesem Sinne ist das Programm weniger ein Versuch ein Curriculum, als vielmehr eine Kakofonie zu erzeugen, einen Chor an Stimmen, der nicht nur spricht, sondern zuhört, sich verändert, Zweifel äußert und träumt. Es ist ein Modus des Verlernens oder umgekehrt ein nährender Akt, eine herzliche Geste, die sich an die Möglichkeit eines anderen Lernens wendet.

In Athen wie in Kassel ist „eine Erfahrung“ ein tägliches Tun und öffentliches Lernen. In Anlehnung an die Methodik von Oskar und Zofia Hansen behandelt es Bildung als „offene Form“. „Eine Erfahrung“ ist eher ein Durchschreiten als ein Umkreisen: ein Eintreten in das Hörensagen, Strategien des Schweigens und der Unberechenbarkeit von Kunst. Das Programm ist auch ein Treffpunkt, an dem sich eine Reihe von Irrpfaden kreuzen, die die Frage nach dem Ich im Raum verfolgen und die Augenblicke unablässiger Unbeständigkeit, in denen wir leben. „Eine Erfahrung“ lädt das Publikum dazu ein, sich mit zeitgenössischen künstlerischen Praktiken auseinanderzusetzen und in Athen und Kassel Spuren zu hinterlassen. Es denkt mit Kunst, um herauszufinden, wie es sich anfühlt, zu einer Gemeinschaft zu gehören, einen Körper zu bewohnen, eine Sprache zu sprechen und Sorge zu tragen, Widerstand zu leisten und hartnäckig an etwas festzuhalten. Das Programm beruht nicht auf Einteilungen in Entweder-Oder: Wissen und Nicht-Wissen, Sinn und Unsinn, Bedeutung und Belanglosigkeit, sondern vielmehr auf dem Fehlen eines Gesamtkonzepts der Geschichtsschreibung. „Eine Erfahrung“ geht das Projekt des Arbeitens und gemeinsamen Lernens durch eine Neuorientierung an, die sich von Schatten und Echos leiten lässt.

Welche Vermittlungsmethoden kommen in Athen, Kassel und anderswo zum Einsatz beziehungsweise werden infrage gestellt? „Eine Erfahrung“ beschäftigt sich mit Bildungsformaten, die durch die Arbeit und das Verständnis von Künstler_innen, Praktizierenden auf dem Gebiet der Architektur, Denker_innen und Pädagog_innen entwickelt wurden; es betrachtet Lernen als Prozess, der Körper und Sinne aktiv miteinbezieht. „Eine Erfahrung“ beschäftigt sich mit kollaborativen, öffentlichen und politischen Aspekten des Lernens im breiteren Kontext der documenta 14 und der Kooperation zwischen Athen und Kassel.

Chor & Spaziergänge

Mitglieder des Chors der documenta 14, Athen, Foto: Dimitris Parthimos

Im Februar 2017 kommen über 200 Mitglieder des Chors der documenta 14 bei einer Reihe von Treffen mit Kuratoren_innen, Künstler_innen und Beitragenden der documenta 14 sowie mit Künstler_innen und Kunstpädagog_innen in Athen und Kassel zusammen. Während dieser Tage tauscht sich die Gruppe über Lehrmethoden und -ansätze aus, initiiert Partituren, macht Resonanzen und Dissonanzen in Ideen ausfindig, inszeniert Körper und bringt im Vorfeld der Ausstellung Gerüchte in Umlauf. Diese aus kollektiven und subjektiven Stimmen wachsende Chorhaftigkeit setzt den Ton für die Spaziergänge des documenta 14 Chors.

Die Entfaltung des Chors im Zuge der documenta 14 wird von „eine Erfahrung“ im engen Gespräch mit der Faculty konzipiert – einer Gruppe von Künstler_innen und Kunstpädagog_innen mit unterschiedlichem Hintergrund, die als Gäste eine Polyphonie von Methoden und Ansätzen mitbringen. Zu den Mitgliedern der Faculty zählen Mona Jas, Gila Kolb, Konstanze Schütze, David Smeulders und Leanne Turvey. Gemeinsam mit ihnen und weiteren Gastbeiträgen wird „eine Erfahrung“ während der Treffen die verschiedenen Vorstellungen des und Erwartungen an den Chor erkunden.… Mehr

Mitglieder der Faculty:
Keiko Higashi, Mona Jas, Gila Kolb, Leanne Turvey, David Smeulders, Konstanze Schütze

Chor Athen:
Denise Araouzou, Clare Breen, Sarah De Wilde, Tomas Diafas, Stella Dimitrakopoulou, Mika Hayashi Ebbesen, Aimilia Efthimiou, Maria Bianca Fasiolo, Orestes Giannoulis, Demetra Ignatiou, Orestis Karalis, Timothy Laskaratos, Thanos Makris, Vera Mlechevska, Johnny Pavlatos, Dana Papachristou, Georgios Papadopoulos, Nina Salamova, Giorgos Samantas, Mateusz Sapija, Vasiliki Sifostratoudaki, Dimitra Tsiaouskoglou, Athanasios Tsolas, Myrto Vratsanou, Ida Westh-Hansen, Silke Wittig, Georgia Zachari

Chor Kassel:
Aliaa Abou Khaddour, Susan Abu Baker, Feben Amara, Peter Anhalt, Karl-Albert Apelt, Joey Arand, Katharina Bauer, Maximilian Bauer, Sarah Baum, Andrea Behnke, Pia Beholz, Julia Bernhardt, Gertrude Betz, Laura Beya, Friederike Bill, Kira Bogdashkina, Antje Boijens, Vanessa Braun, Barbara Campaner, Maria Catalina Cañas Acosta, Anastasia Chaguidouline, Karina Chernenko, Doro-Thea Chwalek, Hélène Coineau-Sellnow, Laura Diermann, Irma Dohn, Helena Dornieden, Ronja Electra Ehlenberg, Mona Eing, Dhalia El Broul, Alice Escher, Peter Eurlings, Marén Imela Freyer, Maximilian Gallo, Anne Garthe, Özgür Genc, Katharina Geyer, Annika Glass, Julia Goltermann, Adriana Granato, Luzi Gross, Rosa Violetta Grötsch, Fatma Gul, Sevda Güler, Emin Günaydin, Jasmin Hagedorn, Alina Hanske, Irmhild Hartinger, Anna Helfers, Sylvia Hempelmann, Pascal Heußner, Antonia Heyn, Kerrin Hille, Mira Hirtz, Alfred Hohmann, Max Holicki, Carsten Horn, Ünal Igde, Lucas Itacarambi, Louisa Jacobs, Hanna Jurisch, Sarah Maria Kaiser, Marie-Sophie Kammler, Irini Karamitrou, Lisa Marie Kattendiek, Georgia Kaw, Adela Kim, Sooyun Kim, Anna K. Kleeberg, Roland Knieg, Axel Knüppel, Sarah Koch, Jana Maria Köder, Yul Koh, Thea Josepha Konatsu Drechsler, Tim König, Zvonimir Kontrec, Ira Konyukhova, Georgi Krastev, Gunhild Kühlewind-Lüling Malin Kuht, Steffi Kutsch, Nina Kuttler, Olga Lang, Hannah Lansburgh, Julia Laukert, Gregor Legeland, Jana Leiker, Milena Leiker, Peter Lepp, Vera Leuschner, Lisa Licht, Eva Liedtjens, Ulf Ligniez, Christina Lindner, Frank Lorberg, David Ludwig, Ellen Markgraf, Anna Mattern, Annika Mayer, Hannah Menne, Marah Mhethawi, Susanne Minke, Ann-Kathrin Mogge, Georg Müller, Ruth Müller, Lisa Mutke, Dafne Narvaez Berlfein, Liane-Heide Niederhoff, Ulrike Ortwein, Geun Woo Park, Alia Pathan, Natalija Paunic, Jeanette Petrik, Franz Christoph Pfannkuch, Juliane Phieler, Esther Poppe, Tobias Range, Marilena Raufeisen, Janna-Mirl Redmann, Jutta Paula Reeps-Wagner, Nicolas Reibel, Katharina Reinhold, Silke Renner-Schmittdiel, Regula Sophia Rickert, Erik Ritzel, Clara Ronsdorf, Diana Rothaug, Kerstin Rupprecht, Frida Sandstöm, Miriam Schäfer, Volker Schäfer, Sylvia Schmelzer, Gabriel Schmidt, Jens Schmidt, Julian Schneider, Tanja Schomaker, Ann Schomburg, Laura Schreiner, Jasmin Schülke, Marion Siampakou, Benoit Sloet, Philipp Spillmann, Anjelika Spöth, Verena Sprich, Sarah Steiner, Karin A. Thielecke, Marlen Thiermann, Jens Thumser, Jelena Toopeekoff, Lena Trost, Francesca Valentini, Johannes van den Boom, Arda van Tiggelen, Sadaf Vasaei, Christopher Vogel, Achim Vorreiter, Sophie von Waitz, Kaja Weldner, Jacqueline Wendel, Petra Werner, Barbara Wiebking, Anne Wilhelm, Judith Wilking, Claus Wohlgemuth, Al-Maboren Zaki, Vivian Zavataro, Sholpan Zhanuzakova

Spaziergänge

Die Wege, Routen und Parcours der Besucher_innen kreuzen und verflechten sich, wenn sie sich auf ihre Reise durch Athen und Kassel begeben. Bei einem Spaziergang mit einem Mitglied des Chors der documenta…

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Vermittlungsprogramm

Besuche für internationale Student_innen; Spaziergänge, Vorträge, Begegnungen

„Eine Erfahrung“ freut sich über Gruppenbesuche internationaler Student_innen. Diese Besuche können Spaziergänge durch die Ausstellung oder um die Ausstellung herum mit Mitgliedern des Chores der…

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Vermittlungsprogramm

Methodologien

Creating a tool for orientation, „eine Erfahrung“, Foto: Liebschuh

„Eine Erfahrung“ greift Methodologien und Ansätze verschiedener Lehrender, Künstler_innen und Theoretiker_innen aus diversen Zeiten und Disziplinen auf.… Mehr

Annemarie und Lucius Burckhardt (1930–2012, Schweiz; 1925–2003, Schweiz)
Annemarie und Lucius Burckhardt waren Inhaber des Lehrcanapés an der Gesamthochschule Kassel (heute: Universität Kassel) im Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung. Im Namen ihrer Spaziergangswissenschaft ermutigten sie Studierende, Stadtplanung nicht nur aus der Vogelperspektive, sondern auch im Maßstab 1:1 zu verstehen. Was bedeutet es, in der Stadtlandschaft spazieren zu gehen, und wie verändert dies unsere Vorstellung vom Planen für die Stadt? Als Soziologen waren die Burckhardts überzeugt, dass die Beziehung zwischen Planer_innen oder Architekt_innen und der Stadt und ihren Bewohner_innen von entscheidender Bedeutung für Zukunftsplanung sein könnte – die Frage sei demnach nicht, was gebaut werden müsse, sondern: „Wer plant eigentlich das Planen?“ Indem die Burckhardts etwa über das Verhältnis von Kiosk, Straßenbahnhaltestelle und Zebrastreifen nachdachten, setzten sie in der Lehre wieder bei den Ursprüngen unserer Mobilität in der Stadt an.


Lina Bo Bardi (1914–1992, Italien)
Die in Italien geborene Architektin, Autorin und Verlegerin Lina Bo Bardi verbrachte den Großteil ihrer Berufslaufbahn in Brasilien. Sie widmete ihre Arbeit dem Planen und Bauen öffentlicher Einrichtungen. Am bekanntesten wurden das Museu de Arte de São Paulo, das SESC Pompeia und das Museu de Arte Moderna da Bahia. Bo Bardi befasste sich in ihrer architektonischen und szenografischen Arbeit mit Konzepten von Öffentlichkeit, Partizipation, Örtlichkeit und Kollektivität, außerdem mit dem steten Wandel in der Bedeutung von Dokumenten und Ruinen. Eine ihrer Hauptinteressen galt der Frage, wie man stoffliche, gesellschaftliche oder mündliche Relikte der Vergangenheit wieder zugänglich macht und ihnen Anerkennung und Relevanz im Kontext der jeweiligen Gegenwart verschafft. Wie geht man mit bestehenden Strukturen um? Wie verhalten sich Dokumente, Denkmäler und kollektives Handeln zueinander? Und in weiterer Folge: Wie verhält man sich zum flüchtigen Moment von Transformation? Wie entwickelt man einen Scharfblick für die innere Vielfalt und Dialektik von Öffentlichkeit als Publikum und Mitstreiterin, ohne auf sie herabzusehen? Und schließlich: Wie schafft man Verbindungen, während man zugleich unabhängig bleiben und unter schwierigsten politischen Umständen seinen Weg gehen will?


Oskar und Zofia Hansen (1922–2005, Finnland; 1924–2013, Polen)
„Wir sind nach Otterlo gekommen, um eine einfache Frage zu stellen und zu beantworten: Was haben wir gemeinsam, und wie kämpfen wir dafür?“, schrieben Oscar und Zofia Hansen in ihrem Architekturmanifest „The Open Form in Architecture – The Art of the Great Number“. Die Hansens kritisierten Standardisierung architektonischer Formen, sei es im sozialen Wohnungsbau, in der Stadtplanung, oder in der Architekturausbildung in Polen nach dem 2. Weltkrieg. Sie präsentierten ihr Manifest während der CIAM-Tagung von 1959 in der kleinen niederländischen Stadt Otterlo. Die „offene Form“ stand für sie im Gegensatz zur „geschlossenen Form“ rein funktionalistischer Lösungen für wachsende Stadtbevölkerungen, bei denen aus Bürger_innen bloße Zahlen wurden, die man behausen, erziehen und beschäftigen musste. Die „offene Form“ war eher eine Haltung als eine Doktrin. Sie anerkannte „den Stellenwert des Individuums im Kollektiv“ und betrachtete seine Mitwirkung als „unverzichtbar für die Gestaltung der eigenen Wohnumgebung“. Von den „Lehrwerkzeugen“ oder „Apparaten“ der Hansens sind nur wenige Aufzeichnungen erhalten, zumeist in Form von Fotografien oder Erinnerungen ihrer Studierenden. Es handelte sich um eigenwillige analoge Gerätschaften – manche waren netzartig, andere schachtelförmig, doch stets waren sie komplex, wandelbar, prozesshaft, sogar spielerisch, und standen in Bezug zu anderen Objekten, eingebunden in ein Netz von Ähnlichkeiten und Differenzen zwischen den Körpern, die sie benutzten.


Ulises Carrión (1941–1989, Mexiko)
In Mexiko geboren und aufgewachsen, begann Ulises Carrión schon früh zu schreiben. Er studierte in Großbritannien englische Literatur und zog in den 1970er Jahren nach Amsterdam. Möglicherweise war es die labyrinthische Struktur der Innenstadt von Amsterdam, die ihn mit dem begrifflichen Werkzeug für die Analyse von Kommunikationsflüssen versah. In dieser Zeit änderte sich sein Umgang mit Literatur. Er begann, befreundete Künstler_innen zu bitten, ihm ein Buch zu schicken, das sie unlängst produziert hatten. Aus diesen einzelnen „bookworks“ von Künstlern wuchs mit der Zeit ein umfangreiches Archiv heran, dessen Bestände im kleinen Kunstraum Other Books and So in der Amsterdamer Innenstadt ausgestellt wurden. Carrión reiste ausführlich durch Europa und schuf eine Reihe von Performances, ein Filmfestival über Lilia Prado, eine Serie von Papierarbeiten, die Radiosendung „Trios and Boleros“ und eine Auftragsarbeit für den niederländischen öffentlichen Rundfunk. 1984 reiste er nach New York und richtete gemeinsam mit seinem Freund Frans Gribelling im unabhängigen Kunstraum Franklin Furnace eine Fensterinstallation ein. Kurz vor seinem Tod 1989 erwarb das Stedelijk Museum in Amsterdam einen erheblichen Teil des Archivs von Other Books and So, und im Jahr 2015 kaufte das Center for Curatorial Studies am Bard College im Staat New York den verbleibenden Bestand.

Elective Affinities

Elective Affinities ist ein einjähriges Bildungsprogramm im Rahmen der Zusammenarbeit von ASFA und der documenta 14.

Das Programm besteht aus regelmäßigen Treffen, bei denen documenta 14 Künstler_innen, Mitglieder des Teams und Schreibende für das Magazin South as a State of Mind mit den Student_innen zu Seminaren, Arbeitssitzungen, öffentlichen Vorträgen und Lesungen zusammenkommen. Gemeinsam gehen sie immer wieder aufs Neue den unterschiedlichen Mustern, Affinitäten und Fäden nach, die die verschiedenen Elemente der documenta 14 miteinander verbinden. Ausgehend von einer Idee von Oskar und Zofia Hansen, versucht das Programm Bildung als eine „offene Form“ zu begreifen, als einen Ort, der zu spontanen Gesten und Ereignissen anregt, die „das Verlangen nach Existenz wecken“, wie es Oskar Hansen in seinem Open Form Manifesto aus dem Jahr 1959 beschrieb.

Die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Treffen gehen von verschiedenen Ansätzen aus: etwa der Performativität des Selbst, Borderline-Ökonomien, der Geschichte der Gesten, Tagebüchern, Bibliotheken und Textilien, Partituren, dem lebenden Geld und der politischen Einbildungskraft — nicht zuletzt geht es auch um rätselhafte Geschichten, die für die Konvergenz der unterschiedlichen Formen künstlerischer Narrative stehen. Wahlverwandtschaften treiben chemische Reaktionen voran, lassen unterschiedliche Bestandteile aufeinander einwirken und mischen sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Ähnliche Anziehungskräfte sind wesentliche Bestandteile für die Entwicklung der Kunst und Kollektivproduktion.

Das Programm findet in Form von wöchentlichen, ausführlichen Treffen mit den eingeschriebenen Student_innen statt. Bei diesen werden Ideen und Methoden mit Gastkünstler_innen und Autor_innen der documenta 14 entwickelt. Die wöchentlichen Sitzungen werden dann in monatlichen Seminargruppen zusammengefasst, zu denen intensivierte Projekte und Diskussionen sowie öffentliche Präsentationen gehören.

Die fortlaufende Publikationsreihe South as a State of Mind wird dabei zum zentralen Bezugspunkt für eine gemeinsame Lektürepraxis. Während des Programms wird es zu Begegnungen mit dem Parlament der Körper und seinen Gesellschaften kommen. Ein übergeordneter Aspekt von Elective Affinities ist die Frage danach, wie ein Kunstwerk lebendig wird. Wie können wir gemeinsam ein Kunstwerk schaffen? Wie können die Produktion von Kunst, das Verständnis von Kunst und die Herausforderungen der derzeitigen politischen Einbildungskraft miteinander in Verbindung gesetzt werden?… Mehr


Orte

Das Programm findet in der Hochschule der Bildenden Künste Athen (ASFA) – Pireos-Straße statt. Die Seminarräume, die für die beiden Semester von Elective Affinities benutzt werden, befinden sich im Postgraduate Studies Building (erstes Semester) – gestaltet von studio 66 – sowie in der sogenannten „Alten Bibliothek“ (zweites Semester), die gemeinsam mit Aristide Antonas gestaltet wurde. Als Hybridraum, der von der documenta 14 und der ASFA entwickelt wurde, fungiert die Bibliothek als Atelier und Salon für die Student_innen, die an dem Programm teilnehmen, aber auch als öffentliche Schnittstelle für örtliche und internationale Student_innen.

Auch im Garten der Hochschule der Bildenden Künste Athen werden einige Treffen stattfinden. Er dient als Ort des Austauschs von Wissen und Praktiken. Wir treffen einander dort oft an heißen Tagen zu Naturbeobachtungen, Diskussionen und Sitzungen mit Kurator_innen und Künstler_innen. Die öffentlichen Präsentationen finden an unterschiedlichen Orten statt.


Intensivkurse

Während der einwöchigen Intensivkurse mit dem Titel „Hearing Voices“ (Januar 2017) und „School of Gesture“ (Mai 2017) nehmen die Student_innen an gemeinsamen Seminaren und Präsentationen mit Student_innen der Universität Kassel teil.


Übersicht der Treffen

Elective Affinities Einführung, 17. Oktober 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Kinosaal
Mit: „Eine Erfahrung“ (Sepake Angiama, Anton Kats, Elli Paxinou, Arnisa Zeqo), Zafos Xagoraris

Student_innen der ASFA und Mitglieder des Lehrkörpers sind dazu eingeladen, an Diskussionen über verschiedene Lehrmethoden im Kontext der documenta 14 teilzunehmen und die Mitglieder von „eine Erfahrung“ kennenzulernen. Elective Affinities wird vorgestellt.


Elective Affinities Öffentliche Präsentation #1, 18. Oktober 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, de Chirico Saal
Mit: Rainer Oldendorf

Foto: Stathis Mamalakis

Der Künstler Rainer Oldendorf stellt seine neuesten künstlerischen Forschungen zum 4. International Congress of Modern Architecture (CIAM 4) vor, der 1933 an Bord der SS Patris stattfand, während das Schiff von Marseille nach Athen übersetzte. Die Präsentation setzt sich mit dem herausfordernden erweiterten Bezug zwischen moderner Architektur und gesellschaftlicher Organisation auseinander. Oldendorf bespricht mit den Student_innen seine Reiseroute und seine Erinnerungen an die CIAM 4 während einer fünftägigen Schiffsreise, die sie in umgekehrter Richtung, von Athen nach Marsaille, führt. Während des Seminars auf dem Schiff soll das 14. Kapitel von Oldendorfs Filmreihe Marco gedreht werden.


Elective Affinities Seminar #1, 19. Oktober 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Masters Building
Mit: Rainer Oldendorf

Foto: Stathis Mamalakis

Rainer Oldendorf gibt ein geschlossenes Seminar, das sich mit den Verbindungen zwischen Architektur und der Organisation der Gesellschaft sowie neoklassizistischen Wohnbauten und modernem Bauen beschäftigt. Die Student_innen diskutieren über Architects’ Congress (1933), ein Filmtagebuch, das László Moholy-Nagy am CIAM 4 gedreht hat, sowie über Ausschnitte aus der Pikareske Marco.


Elective Affinities Seminar #2, 1. November 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Masters Building
Mit: Moyra Davey, Aboubakar Fofana, Quinn Latimer, Vivian Suter, Monika Szewczyk

Foto: Freddie F.

Bei dieser Sitzung führt Moyra Davey in ihr Schreiben und ihre künstlerische Praxis ein und konzentriert sich dabei besonders auf ihre neueste Arbeit Hemlock Forest (2016) sowie auf ihren Beitrag „Walking with Nandita“ für South as a State of Mind. Auch Quinn Latimer bespricht Daveys Text für South und ihre Reise nach Indien. Im zweiten Teil der Sitzung unternimmt Vivian Suter gemeinsam mit den Student_innen eine Übung in Malerei, bei der Fischleim und Pigmente dazu benutzt werden, große weiße Papierbahnen zu bemalen, die auf dem Boden ausgelegt sind. Abschließend sprechen Monika Szewczyk und der Künstler Aboubakar Fofana über eine von Fofanas nächsten Arbeiten, für die der Garten der Hochschule der Bildenden Künste eine Rolle spielen wird, sowie über ein Kalligraphie-Seminar, das er später in diesem Jahr halten wird.


Elective Affinities Wöchentliches Treffen der Klasse, 8. November 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Masters Building
Mit: Feodora Pallas, Monika Szewczyk, Arnisa Zeqo

Foto: „eine Erfahrung“

Die Student_innen treffen sich im Garten, um gemeinsam mit Monika Szewczyk und Feodora Pallas Granatäpfel und Walnussschalen zu sammeln. Die gesammelten Naturmaterialien sollen dazu verwendet werden, bei einem später stattfindenden Seminar mit Aboubakar Fofana natürliche Pigmente herzustellen.


Elective Affinities Seminar #3, 22.–24. November 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Masters Building
Mit: Daniel García Andújar

Foto: Freddie F.

Unter dem Titel „Take out Diogenes’s Lamp“ gibt der Künstler Daniel García Andújar ein dreitägiges Seminar, bei dem er verschiedene Methoden vorstellt, wie man Archivmaterial zusammenstellt und verbreitet. Dabei widmet er sich vorrangig der Überwachung und Kontrolle im Zeitalter des Internet und dem Hacken des historischen Kanons. Auch die Student_innen präsentieren und besprechen ihre eigenen persönlichen Archive, die in digitaler oder analoger Form sein können. Dabei erhalten sie Feedback vom Künstler und den Seminarteilnehmer_innen.


Elective Affinities Öffentliche Präsentation #2, 23. November 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, de Chirico Saal
Mit: Daniel García Andújar

Foto: Freddie F.

Unter dem Titel „Hacking the Canon and the Story’s Material“ gibt der Künstler Daniel García Andújar eine öffentliche Vorführung seiner Praxis. Die Präsentation beschäftigt sich mit dem Verschwinden des öffentlichen Raums und der neuen globalen Arbeitsteilung. Der Künstler bespricht, auf welche Weise die Kunst Modelle des Widerstands entwirft, die die kulturellen Praktiken transformieren, und wie diese aus der Maschine der Digitalisierung abgeschöpft und in einen kreativen Prozess verwandelt werden können.


Elective Affinities Seminar #4, 13.–15. Dezember 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Masters Building
Mit Pascale Criton, Angela Melitopoulos und Student_innen der Royal Danish Academy of Fine Arts.

Foto: Freddie F.

Die Komponistin Pascale Criton und die Künstlerin Angela Melitopoulos geben ein dreitägiges Seminar mit dem Titel „Cross-Listening“, an dem auch Student_innen der Royal Danish Academy of Fine Arts in Kopenhagen teilnehmen. Das Seminar beginnt mit einer konkreten Improvisation, die auf einer konzeptuellen Komposition von Cornelius Cardew basiert. Darauf folgt eine Diskussion, die von der Filminstallation The Refrain (2015) von Angela Melitopoulos ausgeht. Pascale Criton stellt ihre Forschungsarbeit vor und gibt Beispiele aus ihrer Praxis, darunter die Arbeit Sensitive Ears (2015). Die Student_innen werden dazu aufgefordert, ein Klangereignis aus ihrem Alltagsumfeld aufzuzeichnen und es am nächsten Tag ins Seminar mitzubringen. Das Seminar endet mit Überlegungen von Criton und Melitopoulos zur Theorie der Subjektivität bei Gilles Deleuze und Félix Guattari.


Elective Affinities Öffentliche Präsentation #3, 14. Dezember 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, de Chirico Saal
Mit: Pascale Criton, Angela Melitopoulos

Foto: Freddie F.

Die Komponistin Pascale Criton und die Künstlerin Angela Melitopoulos geben unter dem Titel „Cross-Listening“ eine öffentliche Präsentation ihrer Arbeiten. Melitopolous bespricht die Entwicklung ihres fortlaufenden Filmprojekts Crossings für die documenta 14. Dabei spricht sie über die Zirkulation von Stimmen innerhalb einer Autonomie der Migration, in der Subjektivitäten durch das entstehen, was Félix Guattari als „ein unaufhörliches Kommen-und-Gehen zwischen Komplexität und Chaos“ bezeichnet hat. Pascale Criton diskutiert mit Melitopoulos über Aspekte von Crossings, und beide gemeinsam setzen sich für eine Ökologie des Hörens ein, für ein Hören, das gleichzeitig ethisch, poetisch und sozial ist.


Elective Affinities Sondersitzung, 14. Dezember 2016
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Icon Painting Studio
Geleitet von: Dimosthenes Avramidis
Mit: Aboubakar Fofana

Foto: Freddie F.

Während dieser Sondersitzung teilt Aboubakar Fofana seine Kenntnisse der Kalligraphie mit den Student_innen von Elective Affinities. Sie arbeiten gemeinsam im Icon Painting Studio, das von Dimosthenes Avramidis geleitet wird. Fofana wird die Student_innen in Techniken einführen, um einfache lateinische Buchstaben schreiben zu können.


Elective Affinities Wöchentliches Treffen der Klasse, 24. Januar 2017
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Masters Building
Mit: Angelo Plessas

Der Künstler Angelo Plessas stellt die zweite Ausgabe des Experimental Education Protocol vor, das vom 25. Februar bis zum 3. März an der Hochschule der Bildenden Künste Athen, Delphi Annex, stattfinden wird. Beim Experimental Education Protocol handelt es sich um ein alternatives Bildungsmodell, das von Plessas entwickelt wurde. Die Teilnehmer_innen werden dazu aufgefordert, selbst Bildungsmodelle zu entwerfen, die um Fallstudien und den lokalen Kontext kreisen. Der Künstler ermuntert dabei die Student_innen zur Teilnahme, und einige werden ihn später in diesem Jahr nach Delphi begleiten.


Elective Affinities Seminar #5, 31. Januar 2017
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Masters Building
Mit: Banu Cennetoğlu

Foto: „eine Erfahrung“

Die Künstlerin Banu Cennetoğlu stellt unterschiedliche Aspekte ihrer Arbeit vor. Insbesondere wird sie einige ihrer Werke besprechen, die gedruckte Zeitungen eines einzigen Tages aus einer ausgewählten geografischen Region versammeln. Darüber hinaus wird sie den Student_innen von den Herausforderungen erzählen, auf die sie bei ihren Arbeiten zum Archiv von Macist Gul (gem. mit Philippine Hoegen) gestoßen ist, die im Bas, Istanbul, einem Raum für Künstlerbücher, und an anderen Veranstaltungsorten gezeigt wurden. Abschließend erläutert sie ihr Vorgehen beim Entwurf einer neuen Arbeit für die documenta 14 in Athen.


Elective Affinities Wöchentliches Treffen der Klasse, 7. Februar 2017
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Alte Bibliothek
Mit: Ibrahim Mahama

Foto: „eine Erfahrung“

Die Sitzung mit dem Künstler Ibrahim Mahama ist die erste, die in den Räumlichkeiten der Alten Bibliothek stattfindet.

Die Student_innen helfen dabei, einige Gegenstände neu zu gruppieren und aufzustellen, verschieben Bücherregale und Tische, um mehr Raum zu schaffen. Ibrahim Mahama stellt sein Projekt für die documenta 14 vor und lädt die Student_innen zu einer Reihe von Performances ein, die später im Jahr auf dem Syntagma-Platz stattfinden werden.


Elective Affinities Seminar #6, 14.–16. Februar 2017
Hochschule der Bildenden Künste Athen, Alte Bibliothek
Mit: Yael Davids

Foto: Stathis Mamalakis

Während eines dreitägigen Seminars mit dem Titel „Salon de Tomb: The Library-salon as a Portrait“ der Künstlerin Yael Davids sind die Student_innen dazu eingeladen, das Konzept des Salons und der Bibliothek in einem performativen Rahmen neu zu denken. Yael Davids führt in ihre Forschungen zu Rahel Varnhagen (1771–1833) ein, die einen der einflussreichsten Salons des 18. Jahrhunderts in Berlin betrieben hat, und erläutert ihre Untersuchungen zum Briefwechsel zwischen Walter Benjamin und Gershom Scholem sowie zur Sammlung Gurlitt. Abschließend veranstaltet die Künstlerin einen performativen Workshop, in den die Student_innen unterschiedliche Textlektüren im Rahmen von Elective Affinities einfließen lassen. Darüber hinaus werden eine Reihe von Performances vorbereitet.

Jeder Tag des Seminars beginnt mit einer Feldenkrais-Sitzung.

Synantiseis

Synantiseis findet von März bis Juni 2017 als öffentliche Gesprächsreihe in Athen statt, während derer die documenta anhand von persönlichen Geschichten, Reflexionen, Erzählungen und Erlebnissen, Filmvorführungen, Vorträgen und DJ-Sets vorgestellt wird. Wie kann eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst mehrfache Perspektiven auf unsere globale Lage eröffnen? Sollten Ausstellungen immer zu gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Alltagswirklichkeiten Stellung nehmen? Welche Weltereignisse haben sich auf die Entwicklung früherer documenta Ausstellungen ausgewirkt, und welche Wirkung hatten umgekehrt diese Ausstellungen?… Mehr

documenta 14 Synantiseis lädt zur Teilnahme an einer Serie interdisziplinärer Begegnungen ein, die einen Dialog zwischen dem Kontext der documenta Ausstellungen und den aktuellen gesellschaftlich-politischen Umwälzungen in Griechenland und auf der ganzen Welt in Gang bringen wollen. Um die Vorstellungskraft des Publikums einzubeziehen, nutzen die einzelnen Präsentationen verschiedene Gesprächsformate. Sie behandeln so verschiedene Themen wie die politische Rede und die (De-)Konstruktion nationaler Identität, den Widerstand mit den Mitteln der darstellenden Kunst und Musik, Film als Dichtung, die Zukunft des Ausstellungsmachens, das Archivieren der Geschichte und Trauer um die Vergangenheit.

Synantiseis ist Teil von „eine Erfahrung“, dem öffentlichen Vermittlungsprogramm der documenta 14. Alle Gespräche finden auf Englisch oder Griechisch mit Übersetzungen zwischen diesen Sprachen und an verschiedenen Veranstaltungsorten in ganz Athen statt.

Eingeladene Teilnehmer_innen:
Clare Butcher, Panos Charalampous, Marina Fokidis, Hendrik Folkerts, Eirini Gerogianni, Yannis Hamilakis, Georgia Kotretsos, Eirini Papakonstantinou, Nektarios Pappas, Christoph Platz, Gene Ray, Dieter Roelstraete, Monika Szewczyk, Pier Luigi Tazzi, Katerina Tselou, Zafos Xagoraris, Denys Zacharopoulos, Arnisa Zeqo und Mary Zygouri.

#7 documenta 12
Is Modernity Our Antiquity?

mit Yannis Hamilakis und Arnisa Zeqo

(Ausgangspunkt ist der Pavillon und dann gehen wir den Hügel hinauf)

Ist die Moderne unsere Antike? Diese Frage wurde im Jahr 2007 bei der documenta 12 gestellt. Angesichts…

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#6 documenta 10
ek

mit Clare Butcher und Georgia Kotretsos

Wir waren kein Reiseziel, man fand uns auf keiner detaillierten Karte. Land gab es wohl, doch es lag nicht auf dem Weg. Der Süden war zwar nichts Neues, doch immer noch stellte er für die Transitspezialisten…

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#5 documenta 6
From a Jacob's Ladder to a TV Bed

mit Panos Charalambous, Katerina Tselou und Zafos Xagoraris

Panos Charalampous, Katerina Tselou und Zafos Xagoraris setzen im Jahr 1977 an, nämlich bei der von Manfred Schneckenburger kuratierten documenta 6. Sie präsentieren verschiedene künstlerische Multimedia-Experimente…

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#4 documenta 9
Now in 1992

mit Pier Luigi Tazzi, Denys Zacharopoulos und Monika Szewczyk

Wir haben zwei Kuratoren der documenta IX – Pier Luigi Tazzi und Denys Zacharopoulos – gefragt, wie es sich für sie angefühlt hat, in den Jahren des kommunistischen Zusammenbruchs zu arbeiten, und…

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#3 documenta 7
1982/Performance Legacies/2017

mit Hendrik Folkerts und Eirini Papakonstantinou

Hendrik Folkerts und Eirini Papakonstantinou nutzen das Jahr 1982, in dem die documenta 7 stattfand, zum Einstieg in ihre Erkundung verschiedener Performancetraditionen. Während die 1960er und 1970er…

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#2 documenta 5
Showdown in Metaxourgio. Diskonekt vs. The Jazz Professor in: The Battle of ‘72

mit Dieter Roelstraete und Nektarios Pappas

Ausgangspunkt für Dieter Roelstraete und Nektarios Pappas ist das Jahr 1972, in dem Harald Szeemanns wegweisende documenta 5 stattfand. Diese documenta wurde zu einem der meistdiskutierten Beispiele zeitgenössischer…

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#1 documenta 4
documenta 4 1968/Kokkinia 1979/Kokkinia 2017

mit Irene Gerogianni und Mary Zygouri

Vor dem Hintergrund des turbulenten Jahres 1968 und der 4. documenta im selben Jahr erörtern die Künstlerin Mary Zygouri und die Kunsthistorikerin Irene Gerogianni das Werk von Maria Karavela (1938–2012)…

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A-Letheia

Stranger Land, beide A-Letheia Kioske, interaktive Installation, Fotocollage, Foto: Stathis Mamalakis, Bearbeitung und Collage: Igor Kritsky und Anton Kats

Im Zuge seiner Arbeit im Kontext von „Eine Erfahrung“ hat der Künstler Anton Kats ein Projekt entwickelt, das die Athener periptera (Kioske) wieder zu Begegnungsräumen macht. Aletheia ist ein griechisches Wort, das Wahrheit, Offenheit oder Aufrichtigkeit bedeutet. Es ist das Gegenteil von lethe, was Vergessenheit meint. Der Neologismus „A-Letheia“ legt „eine Wahrheit“ nahe, etwas, das zwischen Erinnern und Vergessen hin und her treibt. Das Projekt reagiert auf die Tatsache, dass die Kioske mehr und mehr aus dem Stadtbild Athens verschwinden, indem es zwei nicht länger benutzte in den Kiezen von Psyri und Kypseli wieder in Betrieb nimmt. A-Letheia lädt Anwohner_innen, Künstler_innen vor Ort und Organisationen dazu ein, mittels einer Reihe von Spaziergängen und Workshops den öffentlichen Raum neu zu beschreiben und die Auslöschung der Gedächtnisarchitekturen zu erkunden. A-Letheia ist als langfristiger Prozess gedacht, der dazu führen mag, dass die Kioske der Erosion der Zeit widerstehen und zu sozialen und interaktiven Skulpturen werden, zu Orten des Lernens.

A-Letheia: KIOSK KSOIK

mit Snehta Residency

Im Zentrum der Veranstaltung am 16. Juli steht die übergeordnete Aufgabe der Snehta Residency, nämlich die Förderung neuer Möglichkeiten der Interpretation der Stadt durch die Aktivierung oder Umnutzung…

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A-Letheia: Echoes of Eco

von continent. in Zusammenarbeit mit dem Projekt A-Letheia

Echoes of Eco unternimmt zwei Spaziergänge durch Athen, bei denen eine Gruppe von Menschen gemeinsam Orte in Athen, an denen sich Ökonomie und Ökologie der Stadt berühren, beobachtet, dokumentiert…

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A-Letheia: Echoes of Eco

von continent. in Zusammenarbeit mit dem Projekt A-Letheia

Echoes of Eco unternimmt zwei Spaziergänge durch Athen, bei denen eine Gruppe von Menschen gemeinsam Orte in Athen, an denen sich Ökonomie und Ökologie der Stadt berühren, beobachtet, dokumentiert…

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A-Letheia: Kollektive Gedächtnisübung

von Stelios Lykotrafitis in Kooperation mit KETHEA EN DRASEI

Am 10. Juni arbeitet das Projekt A-Letheia mit der Gruppe KETHEA EN DRASEI zusammen und lädt die Gruppe ein, an einer Kollektiven Gedächtnisübung teilzunehmen, die gemeinsam mit dem Künstler Stelios…

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A-Letheia: Improvised MicroTheater

mit ImproVIBE in Zusammenarbeit mit Lila Barmpa, Panagiotis Delavinias und Kostas Sfikas

Am 7. Juli lädt das Projekt A-Letheia ImproVIBE dazu ein, den Kiosk am Iroon-Platz als Mikrotheater zu reaktivieren. Die Schauspieler_innen reagieren auf das Publikum und die Passant_innen, indem sie…

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A-Letheia: Steki

mit Dimitris Marinis und Loukia Angeli in Zusammenarbeit mit ARSIS, Youth Support Center (Neon Chora)

Am 30. Juni findet im Kiosk Kypseli die Veranstaltung Steki mit einer Reihe von künstlerischen Workshops statt, die von der Association for the Social Support of Youth (ARSIS) durchgeführt werden. Im…

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A-Letheia: My Neighborhood Kypseli

mit Focus on Fokionos in Zusammenarbeit mit Melita Adam

Als Bestandteil des A-Letheia Projekts lädt Sie Focus on Fokionos und Melita Adam dazu ein, den Kiosk an der Fokionos Negri durch gemeinsames Geschichtenerzählen zu reaktivieren. Melita Adam, die auch…

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A-Letheia: Brass Walk

mit Dirty Athens Brass Band (Griechenland) und Blech & Schwefel Brass Band (Deutschland)

Am 2. Juni sind Sie herzlich eingeladen, an einer gemeinschaftlichen Musikperformance von zwei Blasmusikkapellen aus Deutschland und Griechenland teilzunehmen. Zur Veranstaltung gehört auch ein Spaziergang…

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A-Letheia: Same Page Different Corner

mit Anton Kats

Viel kann auf einer Seite geschehen, in einem Absatz, in einem Satz.

Nach der Umwandlung des inaktiven Kiosks in eine Plattform des Offenen Mikrofons sind Arbeiter und Angestellte, Anwohner und Passanten…

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A-Letheia: Karagiozi Kiosk

mit Alexandros Melissinos in Kollaboration mit der 26. Schule von Kypseli

Am 20. Mai sind Sie zu einer interaktiven Schattenperformance des Karagiozi-Theater-Spielers Alexandros Melissinos in einem Kiosk in der Fokionos-Negri-Straße eingeladen. Die Arbeit entsteht über zwei…

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A-Letheia

mit Anton Kats

Am 11. und 12. April 2017 wurde ein Kiosk in der Fokionos-Negri-Straße in eine Freiluft-Screening-Plattform umgewandelt und damit die sukzessive Entfaltung des Projekts A-Letheia von Anton Kats während…

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A-Letheia: Giant Steps

von Anton Kats

Nach der Umwandlung des inaktiven Kiosks in eine interaktive Installation markierten musikalische Performances die Eröffnung des Projekts A-Letheia, das von dem Künstler für „eine Erfahrung“ der…

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Intensivkurse

Im Verlauf eines Jahres veranstaltet die documenta 14 „eine Erfahrung“ gemeinsam mit Bildungseinrichtungen in Athen und Kassel sowie mit anderen internationalen Partnerinnen einen Saisonzyklus von „Intensiv“-Kursen. Die Sommer-Intensivkurse beruhen auf einem universitären Sommerkurs-Modell. Jeweils 30 bis 40 Teilnehmer_innen unterschiedlicher örtlicher und disziplinärer Herkunft begegnen einander, um sich über Bildungsmodelle und die eigene Arbeit in konzentrierter Form unter Anleitung von Gastdozent_innen auszutauschen. Diese Veranstaltungen werden von Fragen und Themen bestimmt, die auch die Arbeit der Künstlerinnen und Künstler sowie anderer Mitwirkender der documenta 14 prägen.

Sommerintensivkurs 2017: School of Gesture

16.–21. Mai 2017
Old Library, Hochschule der Bildenden Künste Athen (ASFA)
In Zusammenarbeit mit der Hochschule der Bildenden Künste Athen (ASFA) und Universität Kassel…

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Vermittlungsprogramm

Winterintensivkurs 2017: Hearing Voices (School of Voice)

Barbara Cassavechia projiziert die Stimme von Maria Lai in das Alte Amphitheater in Delphi, Foto: Jero van Nieuwkoop

Irena Haiduk und Studierende…

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Vermittlungsprogramm

Sommerintensivkurs 2016: School of Listening

18.–29. Juli 2016
In den Räumen der Kunsthochschule Kassel und der Universität Kassel

Eine Auswahl an „spitzen Objekten“, zusammengetragen von Studierenden…

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Vermittlungsprogramm

Weitere Aktivitäten

Unpacking Burckhardt im Peppermint
mit ​Contemporary And (C&) und KUNCI

„School is Dead!“, ruft der Einband von Everett Reimers Buch aus dem Jahr 1971 von einem Regal in Lucius und Annemarie Burckhardts Bibliothek herab. Als Aufruf zur Neubewertung formaler Wissensstrukturen…

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Schulprogramm: „Material Matters“

Eine Bibliothek der Materialien und Objekte im Dialog mit Kunstwerken…

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Vermittlungsprogramm

Schulprogramm: Arbeiten erzählen

Der Zusammenhang zwischen Weben und Erzählen sowie der Faden als Metapher für die Lebensgeschichte sind in den Volkssagen und Mythen vieler Länder und Kulturen äußerst präsent. In der griechischen…

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Vermittlungsprogramm

Kulturagent-Projekt

Ab September 2016 startet in Kassel und im Landkreis an acht Schulen erstmals das Projekt „Ein Kulturagent für die documenta 14“, mit der Kulturagentin Juliane Gallo. Ziel des Projektes ist es, bei…

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Vermittlungsprogramm

d14 Sessions

Formwandlung, Orientierungsverlust und die Suche nach neuen Koordinaten sind einige der thematischen Schichten der d14 Sessions. Beginnend mit dem Sommersemester 2016, veranstalten d14 Mitwirkende und…

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Vermittlungsprogramm

Nachtschicht

Die Nachtschicht ist ein Zwischenprogramm abendlich-nächtlicher Aktivitäten zur Erkundung der Frage, wie sich unser Körper auf die Veränderungen zwischen Tag und Nacht und umgekehrt einstellt. Im Vorfeld…

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Vermittlungsprogramm

Methodos/Übungen/Exercises

28. März–7. April 2016

„Von Piräus zum Polytechnion“, ein Spaziergang mit Studierenden der Kunsthochschule Athen und dem Künstler Zafos Xagoraris entlang…

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Vermittlungsprogramm

Kassel kartieren

18.–22. April 2016

…In jenem Reich erlangte die Kunst der Kartographie eine solche Vollkommenheit, dass die Karte einer einzigen Provinz den Raum einer Stadt einnahm und die Karte des Reichs den einer…

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Vermittlungsprogramm

House of Commons

Das House of Commons ist eine Reihe von Zusammenkünften zwischen Lehrerinnen und Lehrern, Künstler_innenkollektiven und Kunsträumen, gesellschaftlichen Initiativen und Vertreter_innen verschiedener…

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Vermittlungsprogramm
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Zukünftige Veranstaltungen

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JUL
27
von House of Commons in Zusammenarbeit mit Oliver Leuer
Open House
17–19 Uhr, Narrowcast House, Kassel
AUG
2
von House of Commons in Zusammenarbeit mit Essbare Stadt
Open House
17–20 Uhr, Narrowcast House, Kassel
AUG
3
von House of Commons in Zusammenarbeit mit TRA.FORUM
Open House
17–20 Uhr, Narrowcast House, Kassel