Die Gesellschaft der Freund_innen von Halit: Sonische Segregationen. Rassismuskritik und Audiotechnologien
mit Johannes Ismaiel-Wendt und Bonaventure Soh Bejeng Ndikung

MAI
30
20–22 Uhr
Kulturzentrum Schlachthof, Mombachstraße 10–12, Kassel
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Johannes Ismaiel-Wendt, Foto: Christoph Neuhaus

Nach ihrem ersten öffentlichen Treffen als Teil des Parlaments der Körper im April in Kassel werden die Mitglieder der Gesellschaft der Freunde von Halit weitere Erkenntnisse ihrer lokalen und transnationalen Forschungsarbeit und zum Aktivismus für Antirassismus und Antifaschismus – mit einem besonderen Blick auf Soundtechnologien – vorstellen.

An Schnittstellen von Popular Music, Media, Science and Technology sowie Postcolonial Studies beschreibt Johannes Ismaiel-Wendt die Kulturalisierung und Rassisierung von Sound und Audiotechnologien. Er stellt lose Samples aus seiner Forschung vor: Es geht um die Störung rassistischer Erzählungen über Technologie-Errungenschaften, die Mikrofonierung im sogenannten NSU-Prozess, stereotype Voreinstellung in Drum Computern und widerständig knisternde, alternative Operationen, die immer auch hörbar sind.

Nach der Präsentation folgt eine Diskussion mit Bonaventure Soh Bejeng Ndikung.

Bei allen Veranstaltungen der Society of Friends of Halit ist der Eintritt frei.

Koordiniert von Ayşe Gülec, Initiative 6. April, und Kassel postkolonial


Johannes Ismaiel-Wendt studierte Kulturwissenschaft, Soziologie und Musikwissenschaft an der Universität Bremen. Er promovierte mit der Arbeit tracks’n’treks. Populäre Musik und Postkoloniale Analyse (2011). Von 2010–2012 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Haus der Kulturen der Welt (Berlin) in den Projekten „Translating HipHop“ und „Global Prayers“. Seit seiner Jugend ist er als Musiker aktiv. Als Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Stiftung Universität Hildesheim forscht und lehrt er über Ästhetiken von Funk, Hip-Hop und Electronic Dance Music, Intersektionalität und transkulturelle Wissensgenese. Aktuelle Buchveröffentlichung: post_PRESETS. Kultur, Wissen und populäre MusikmachDinge (2016, auch online, open access).

Dr. Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Curator at Large der documenta 14, ist freischaffender Kunstkurator und Biotechnologe. Er ist Gründer und künstlerischer Direktor des Kunstraums SAVVY Contemporary Berlin und Chefredakteur des SAVVY Journal for critical texts on contemporary African art. Zu seinen jüngsten kuratorischen Projekten gehören Unlearning the Given: Exercises in Demodernity and Decoloniality of Ideas and Knowledge, SAVVY Contemporary, 2016; If You Are So Smart, Why Ain’t You Rich? Gesprächsprogramm für Wir Sind Alle Berliner: 1884–2014, Institute for Cultural Inquiry Berlin (2015); Satch Hoyt, Riding Celestial Vessels, Galerie Wedding, Berlin (2015) und Emeka Ogboh, No Food for Lazy Man, Galerie Wedding, Berlin (2015). Er ist Co-Kurator des einjährigen Kunstprojekts An Age of Our Own Making sowie Images, Holbæk, Roskilde und Kopenhagen (2016). Bonaventure Soh Bejeng Ndikung lebt und arbeitet in Berlin.

Gepostet in Öffentliche Ausstellung
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