Die Gesellschaft für das Ende der Nekropolitik: Sovereign Bodies: A New History of Sexuality in Three Chapters
mit Paul B. Preciado

FEB
16–18
Zum iCal oder Google Calendar hinfügen

Jacques Fabien Gautier D’Agoty, Anatomie des parties de la génértion de l’homme et de la femme (1773), National Library of Medicine, USA

Während sich Michel Foucaults Geschichte der Sexualität auf den Begriff der „Biopolitik“ stützte, um die moderne Formierung politisch-sexueller Subjekte zu verstehen, wird dieses Seminar die grundlegende Beziehung zwischen „Nekropolitik“ und sexuellen sowie Gender-Identitäten zum Ausgangspunkt nehmen. Im Laufe von drei Tagen skizzieren wir eine Genealogie der sich wandelnden Technologien, die den modernen Körper und seine Subjektivität produzieren. Eine Genealogie, die sich vom souveränen Regime und dem kolonialen Machtnetzwerk bis hin zu zeitgenössischen pharmako-pornografischen Formierungen erstreckt, womit der Versuch unternommen werden soll, die Verschiebungen vom Patriarchat zu modernen Vorstellungen von Homosexualität und Heterosexualität sowie heutiger Genderpolitik zu verstehen. Ziel dieser genealogischen Erkundung ist es nicht nur, das Archiv der Machtregime (und der Erfindung einer Serie von „lebendigen politischen Fiktionen“, die vom „souveränen Vater“ bis zum „Abnormen“ reichen) zu entpacken, sondern auch eine Kartografie von einander entgegengesetzten somato-politischen Technologien zu entwerfen. Das Seminar entwirft folglich eine neue Geschichte der Sexualität und zwingt den foucaultschen Diskurs, sich mit zeitgenössischen antikolonialen, queeren und trans/feministischen Theorien und Politiken auseinanderzusetzen.

Das Seminar wird von Paul B. Preciado gehalten und ist eine Zusammenarbeit zwischen der Athens School of Fine Arts (ASFA) und den Öffentlichen Programmen der documenta 14. Es richtet sich an ASFA Student_innen und an Teilnehmer_innen der Offene-Form-Gesellschaften der documenta 14, ebenso an Akademiker_innen und Aktivist_innen, die an politischer Theorie, Feminismus und Trans und Queer Studies interessiert sind.

Dienstag, 16. Februar 2017
19–21:30 Uhr
1. Sitzung: The Necropolitical Body. Blood, Sperm, and Sovereignty

Freitag, 17. Februar 2017
19–22 Uhr
2. Sitzung: The Biopolitical Regime and the Invention of Sexual Difference. Private Milk and Public Water

Samstag, 18. Februar 2017
19–22 Uhr
3. Sitzung: The Pharmacological Body. Technofluids, Sexual Capital, and Porn Data


Paul B. Preciado ist Philosoph, Kurator und Transgenderaktivist sowie einer der führenden Denker auf dem Forschungsfeld Gender und Sexualpolitik. Der Honors Graduate und Fulbright Fellow erwarb seinen MA in Philosophie und Gendertheorie an der New School for Social Research in New York, wo er bei Agnes Heller und Jacques Derrida studierte. Er besitzt einen PhD in Philosophie und Architekturtheorie der Princeton University. Sein erstes Buch Kontrasexuelles Manifest (2004 auf deutsch erschienen) wurde von Kritiker_innen als das „rote Buch der queeren Theorie“ gefeiert und hat sich für den europäischen Queer- und Transaktivismus zu einem grundlegenden Referenzwerk entwickelt. Preciado ist Autor von Testo Junkie. Sex, Drogen und Biopolitik (2016 auf deutsch erschienen) sowie Pornotopia (2012 auf deutsch erschienen), wofür er in Frankreich den Prix Sade de l’essai erhielt. Er war Forschungsleiter am Museum of Contemporary Art in Barcelona (MACBA) und leitete dort das Independent Studies Program (PEI). Zurzeit ist er Kurator der Öffentlichen Programme der documenta 14. Preciado lebt und arbeitet in Athen.

Gepostet in ­­­Öffentliche Programme
Verwandte Einträge

Das Parlament der Körper: The Strategy of Joy

mit Ross Birrell, Nita Deda, Hendrik Folkerts, Dimitris Ginosatis, Natasha Ginwala, Guillermo Gómez-Peña und Balitronica Gómez, Jack Halberstam, Trajal Harrell, Candice Hopkins, iQhiya, Élisabeth Lebovici, Catherine Malabou, Joar Nango, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Paul B. Preciado, Ibrahim Quraishi, Roee Rosen, Dim Sampaio und Adam Szymczyk

Im Kern der heutigen demokratisch verfassten Gesellschaften liegt eine Paradoxie, die das Wesen der Parlamente als Volksvertretungen und Deputiertenkammern betrifft: Sie sind schrittweise zu Versammlungen…

 Mehr
Kalender

Communism will be the collective management of alienation*
(Der Kommunismus wird die kollektive Bewältigung der Entfremdung)

mit Nadia Bou Ali, Ray Brassier, Dimitra Kotouza, Mattin und Paul B. Preciado

Frühere Revolutionstheorien räumten die Möglichkeit ein, in einem nicht-entfremdeten Zustand zu leben. Allerdings steht die Frage nach der Vermittlung und nach unserem Selbstverständnis heute radikal…

 Mehr
Kalender

#0 Einführung

von Adam Szymczyk, Paul B. Preciado und Andreas Angelidakis
Kalender

d14 Sessions #8

mit Paul B. Preciado

In dieser Session spricht Autor, Philosoph und Kurator Paul B. Preciado über die Wandlungen von Geschlecht und der Politik des Geschlechts im Kontext neoliberaler Gesellschaften, sowie über die Produktion…

 Mehr
Kalender

Präsentation von South as a State of Mind #6 [documenta 14 #1]

von Sotirios Bahtsetzis, Paul B. Preciado, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Marina Fokidis, Quinn Latimer und Adam Szymczyk

Vorträge, Lesungen und Gespräche zum Auftakt des Publikationsprogramms der documenta 14 mit South as a State of Mind #6 [documenta 14 #1]

Als Herausgeber von insgesamt vier Ausgaben für die documenta…

 Mehr
Kalender
OK

Es handelt sich um eine historische Website. Hier erhalten Sie jeweils Details zum Impressum, Datenschutz und weitere Informationen.