Filopappou-Hügel, Pikionis-Pfade und -Pavillon

Filopappou-Hügel, Foto: Fanis Vlastaras

Der Filopappou-Hügel – bekannt auch als Musenhügel – ist nach Gaius Iulius Antiochus Epiphanes Philopappus benannt, einem Konsul und hohen Verwaltungsbeamten unter dem römischen Kaiser Hadrian. Hier verortete Plutarch die Schlacht zwischen Theseus und den Amazonen. Von 1954 bis 1957 wurde das Areal vom Architekten Dimitris Pikionis in Zusammenarbeit mit Studierenden und lokalen Steinmetzen neu gestaltet: durch improvisierte Eingriffe in die vorhandene Topografie (ohne Rückgriff auf Papierpläne) und einer Reihe miteinander verknüpfter Wege zur Akropolis. So wurden ursprünglich in Attika beheimatete Pflanzen wieder ausgesetzt, ein Pavillon errichtet und Pfade mit Steinen angelegt, die aus (landestypischen und klassizistischen) Gebäuden vor Ort gesammelt wurden. Der „kritische Regionalismus“ (nach dem Architekturhistoriker Kenneth Frampton), der Pikionis’ Methode zugrunde liegt, impliziert eine sentimentale, synthetische und dem westlichen Rationalismus skeptisch gegenüberstehende Beziehung zum Land. Der Pavillon beispielsweise, der an die Kirche Agios Dimitrios Lumbardiaris grenzt, verbindet Techniken, die den Steinfundamenten der Akropolis entnommen wurden, mit japanischen Bautraditionen. Er wird zur temporären Heimat für mehrere kleine, farbintensive Collagen von Elisabeth Wild, deren surreale Landschaften jede vorhersehbare visuelle Logik unterlaufen. Nicht weit davon entfernt befinden sich Vivian Suters Bilder, gemalt im Krater eines Vulkans auf der Insel Nisyros – manche mit direkten Spuren der natürlichen Umgebung: Erde, Schmutz, Meerwasser. Wer dem Pfad ein Stück weiter aufwärts folgt, stößt auf ein weiteres Monument der traditionellen Baukunst: ein handgemeißeltes Marmorzelt von Rebecca Belmore mit direktem Blick auf die Akropolis.

Gepostet in Öffentliche Ausstellung
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