ANTIDORON. Die Sammlung des EMST im Museum Fridericianum

Bia Davou, Sails, 1981, Stoff, Sammlung Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst, Athen (EMST), Installationsansicht, ANTIDORON. Die Sammlung des EMST, Fridericianum, Kassel, Foto: Nils Klinger

Vlassis Caniaris, Hopscotch, 1974, Installation mit 6 menschlichen Gestalten, 9 Koffern, Vogelkäfig aus Metall und Kreide auf Teerpappe, Sammlung Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst, Athen (EMST), Installationsansicht, ANTIDORON. Die Sammlung des EMST, Fridericianum, Kassel, Foto: Mathias Völzke

Janine Antoni, Slumber, 1994, verschiedene Materialien, Sammlung Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst, Athen (EMST), Installationsansicht, ANTIDORON. Die Sammlung des EMST, Fridericianum, Kassel, Foto: Nils Klinger

Jannis Kounellis, Ohne Titel, 1993, Kohle, Säcke, Stahl, Sammlung Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst, Athen (EMST), Installationsansicht, ANTIDORON. Die Sammlung des EMST, Fridericianum, Kassel, Foto: Jasper Kettner

Kendell Geers, Acropolis Redux (The Director’s Cut), 2004, Situation, Installationsansicht, ANTIDORON. Die Sammlung des EMST, Fridericianum, Kassel, Foto: Nils Klinger

Mona Hatoum, Fix It, 2004, verschiedene Materialien, Installationsansicht, ANTIDORON. Die Sammlung des EMST, Fridericianum, Kassel, Foto: Nils Klinger

Nikos Navridis, Looking for a Place, 1999, Vierkanal-Videoprojektion, Sammlung Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst, Athen (EMST), Installationsansicht, ANTIDORON. Die Sammlung des EMST, Fridericianum, Kassel, Foto: Nils Klinger

Nikos Tranos, A Glacier at Our Table, 2013, glasierter Ton und Holz, Sammlung Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst, Athen (EMST), Installationsansicht, ANTIDORON. Die Sammlung des EMST, Fridericianum, Kassel, Foto: Nils Klinger

Stelios Faitakis, Fortunately absurdity is lost (but they have hoped for much more), 2014, Acryl auf MDF, Sammlung Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst, Athen (EMST), Installationsansicht, ANTIDORON. Die Sammlung des EMST, Fridericianum, Kassel, Foto: Nils Klinger

Alexis Akrithakis, Nikos Alexiou, Dimitris Alithinos, Stephen Antonakos, Janine Antoni, Eugenia Apostolou, Athanasios Argianas, Manolis Baboussis, Bertille Bak, Lynda Benglis, Chronis Botsoglou, Yiannis Bouteas, Andrea Bowers, Adam Broomberg and Oliver Chanarin, Constantin Byzantios, Pedro Cabrita Reis, Vlassis Caniaris, Chryssa, Bia Davou, Pavlos (Dionysopoulos), George Drivas, Eirene Efstathiou, Haris Epaminonda, Köken Ergun, Jan Fabre, Stelios Faitakis, Carlos Garaicoa, Kendell Geers, George Hadjimichalis, Joana Hadjithomas and Khalil Joreige, Mona Hatoum, Gary Hill, Emily Jacir, Gülsün Karamustafa, Nikos Kessanlis, Kimsooja, Panos Kokkinias, Joseph Kosuth, Dimosthenis Kokkinidis, Jannis Kounellis, Piotr Kowalski, George Lappas, Yorgos Lazongas, Ange Leccia, Stathis Logothetis, Maria Loizidou, Andreas Lolis, Danny Matthys, Yiannis Michas, Nikos Navridis, Danil (Panagopoulos), Nina Papaconstantinou, Maria Papadimitriou, Aimilia Papaphilippou, Ilias Papailiakis, Rena Papaspyrou, Nausika Pastra, Jannis Psychopedis, Alexandros Psychoulis, Walid Raad, Oliver Ressler, Lucas Samaras, Yorgos Sapountzis, Allan Sekula, Vassilis Skylakos, Christiana Soulou, Aspa Stasinopoulou, Takis, Theodoros, Sculptor, Thanassis Totsikas, Nikos Tranos, Stefanos Tsivopoulos, Costas Tsoclis, Dimitris Tzamouranis, Costas Varotsos, Kostis Velonis, Bill Viola, Vangelis Vlahos, Pantelis Xagoraris, Georgios Xenos

Fridericianum, Kassel


ANTIDORON. Die Sammlung des EMST im Museum Fridericianum ist die erste ausführliche Präsentation der Sammlung des EMST – Nationalen Museums für Zeitgenössische Kunst, Athen. Die wechselseitig beschlossene doppelte Dislokation macht aus dem Sitz des Museums, dem ehemaligen Fix-Gebäude, eine der zentralen Spielstätten der documenta 14 in Athen, und das Fridericianum in Kassel wiederum, das traditionelle Herzstück der documenta, zum temporären Sitz der EMST-Sammlung. Mit dieser Zusammenarbeit stärken die documenta 14 und das EMST ihr gegenseitiges öffentliches Engagement, das im Arbeitstitel der documenta 14, Von Athen lernen, und der jährlichen Reihe EMST in the World zum Ausdruck kommt. Der Austausch erlaubt beiden Institutionen neue Seiten ihrer jeweiligen Aufträge und gemeinsamen Ziele zu entdecken und ihre Verbindungen zueinander zu stärken, um die soziale Rolle der Kunst und ihre Fähigkeit vorzuführen, unsere traumatisierte Welt bloßzustellen, zu verwandeln und zu heilen.

Das EMST begann im Jahr 2000 mit dem Aufbau seiner Sammlung. Heute umfassen seine Bestände rund 1.100 Werke griechischer und internationaler Künstler_innen von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Die Ausstellung im Fridericianum ist eine Fassung der intensiven museologischen Studie, die anlässlich der offiziellen Eröffnung des EMST in Athen gezeigt werden wird. Die Ausstellung beschäftigt sich mit Grenzüberschreitung, Diaspora, Kulturaustausch, existenziellen Suchen und Mythologien sowie persönlichen und kollektiven Erinnerungen. Zwar wahrt sie ihren internationalen Anspruch, sie stellt jedoch die Präsenz bahnbrechender griechischer Künstler_ innen in den Vordergrund, indem sie deren nationale und internationale Laufbahnen nachzeichnet.

ANTIDORON. Die Sammlung des EMST zeigt eine Auswahl der ständigen Sammlung im Fridericianum, Geburtsort der documenta und eines der ersten öffentlichen Museum in Europa. Sie verhandelt Konzepte wie das des Teilens, indem sie Antidoron (αντίδωρον, wörtlich: die Rückgabe eines Geschenks) oder Antidanion (αντιδάνειo, die Rückgabe einer Leihgabe, in linguistischer, kultureller oder nanzieller Hinsicht) anbietet. Das Präfix bzw. die Präposition „anti“ setzt eine eigenständige Position voraus und damit eine Sichtweise, die nicht notwendigerweise der anderen Position entgegengesetzt ist, sondern vielmehr von einem anderen Ausgangspunkt ausgeht, um von dort aus zu kommunizieren, zu argumentieren, Gräben zu überbrücken, zu konvergieren und die Haltung der Anderen zu akzeptieren. Der Titel steht für den wechselseitigen Respekt beider Institutionen, unabhängig von ihren jeweiligen Verpflichtungen, wesentliche Fragen und visuelle Sprachen zu debattieren und neu zu interpretieren. Die kurze Zeit, in der das Fridericianum Deutschlands erstes Parlamentsgebäude war, macht diesen Ort umso passender, die Werke solcher Künstler_innen zu zeigen, die im Zusammenhang der schwierigen Nachkriegszeit stehen, der griechischen Militärdiktatur und der darauffolgenden Jahre. Außerdem verfolgt die Ausstellung den Weg der zeitgenössischen Kunst international und hinterfragt ihr Verhältnis zu den Künstler_innen – in Griechenland und der Welt –, die den Prinzipien und Werten der klassischen griechischen Zivilisation und Philosophie treu geblieben sind.

Weiterhin und vor allem versucht sie die Vielschichtigkeit der sozialen, politischen, nanziellen und ökologischen Situation offenzulegen und die Notwendigkeit eines neuen Humanismus nachzuweisen.

Das EMST bedankt sich aus tiefstem Herzen bei Adam Szymczyk, dessen Entscheidung von Athen lernen zu wollen zu einer bedeutsamen Kooperation geführt und uns dazu gebracht hat, eine Menge von Kassel zu lernen. Diese wichtige Kollaboration fand zu einer Zeit statt, als das Museum zu einer neuen Reise aufgebrochen ist: EMST in the World. Ohne den substanziellen Beitrag der documenta 14 und die Unterstützung durch ihr außergewöhnliches Team wäre unsere Reise von Athen nach Kassel nicht verwirklicht worden.

—Katerina Koskina
Direktorin EMST


Beitragende

Kuratorin:
Katerina Koskina

Assistenzkurator_innen:
Tina Pandi, Stamatis Schizakis

Museologische Studie:
Katerina Koskina

Architektonische Gestaltung:
Iro Nikolakea

Art Handlers:
Fotini Alexopoulou, Konstantinos Stoupathis, Dimitris Selimis

Kommunikation, Pressebüro:
Kassiani Benou, Despoina Barabouti

Administration des Kollegiums und des Direktorinnenbüros EMST:
Helena Andreou, Despoina Konstantinidou, Anna Mikoniati

Registrar:
Stamatis Schizakis

Wandtexte:
Katerina Koskina, Tina Pandi, Stamatis Schizakis

Koordinator des Ausstellungsortes:
Eric Pries

Technisches Team documenta 14:
Tim O’Loghlin, Robert Gabriel, Georg Scherlin, René Nossem, Leonard Bahro, Arthur Seefried, Jens Redemann, Tibor Dießner, Felix Rouaud, Carsten Kruse, Stefan Feige, Juri Neumann, Heinrich Schröder, Jacob Höfle, Stefan Küchenmeister, Torben Röse, Bernd Schlake, Jürgen Zähringer, René Wagner, Miron Jakupovic, Trinidad Martinez Toca, Daniel Goffin, Chris Bierl, Johannes Maas, Alexander Poliček, Michael Zimmermann, Natalie Obert, Rick Buckley, Michael Pfänder, Kai Bannert, Leonie Samland, Maja Rinck, Rika Pause, Paulina Pote, Paul Holger, Frank Rohde

Künstlerassistenz:
Mikes Pope (Jan Fabre), Damiano Urbani (Jannis Kounellis)

Administration und Finanzen EMST:
Konstantinos Kontogiannis, Despoina Pagoni, Christos Prantalos, Odysseas Stergiou

Ausstellungsbeschilderung:
Mevis & Van Deursen

Gepostet in Notizen am 28.06.2017
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