Studio 14: Translating Europe
mit Jon Solomon, Tassos Kostopoulos, Vasso Nikolaou und Nasim Lomani

MAI
4
18:30 Uhr
Athener Konservatorium (Odeion), Vassileos Georgiou B’ 17-19, Athen
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„Übersetzung“ ist einerseits Modewort in unserer zunehmend hybriden, grenzüberschreitenden Gesellschaft der Ausländer, andererseits ein Begriff mit hohem Anspruch. Denn Übersetzung ist der Vorgang, bei dem nationale, historische und sprachliche Unterschiede überbrückt werden sollen, und sie ist zugleich ein vorwegnehmender Eingriff, der gerade solche Differenzen hervorbringt. Das Studio 14 wird den Gedanken einer Übersetzung vorstellen, die gesellschaftliche Praxis und mehr als nur ein Vorgang der Übertragung, Vermittlung und Äquivalenz ist, und zwar als Alternative zum Eingemeinden verschiedener Bevölkerungsgruppen in die nationale Homogenisierung der Sprachen und Kulturen. Wir werden einem Diskurs „zwischen Fremden“ nachgehen, in dem Sprache „andauernd übersetzt“ wird und der auf materiellen Praktiken der Zusammenarbeit, Organisation und Konfliktaustragung beruht. Konkreter Ansatzpunkt sind Flüchtlingsinitiativen in Athen, einer Stadt der vielen Sprachen, deren Vielfalt von Einwanderern aus etlichen Ländern Afrikas und des Nahen Ostens belebt wird. Zugleich werden wir die Konstruktion einer homogenen Nationalsprache aus der Sicht slawischer Mazedonier in einem vom Bürgerkrieg zerrissenen Griechenland reflektieren. Dieses Untersuchungsprojekt soll nicht nur die Ambivalenz des „Westens“, sondern auch die neue Gestalt politischer Begriffe wie Europa, Griechenland, Nationalsprache und Identität im Zeitalter kapitalistischer Globalisierungen, „Flüchtlingskrisen“ und neu aufkommender Nationalismen in den Blick nehmen.

Gepostet in Öffentliche Ausstellung