Torwache

Torwache, Foto: Mathias Völzke

Die heutige Torwache ist das Relikt eines palastartigen Bauprogramms, das aufgrund der Napoleonischen Kriege und Invasionen des frühen 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Entworfen vom Kasseler Architekten Heinrich Christoph Jussow, der vor allem für seine Entwürfe für Schloss Wilhelmshöhe und die Umgestaltung des Bergparks Wilhelmshöhe bekannt ist, waren die zwei die Torwache bildenden Gebäude als Klammer konzipiert, die die königliche Residenz und die Spazierwege im Bergpark mit dem mittelalterlichen Kasseler Stadtkern verbinden sollte. Die Torwache krönt den beeindruckenden Ausblick, den man von der Wilhelmshöher Allee aus genießt – ein Ausblick, der auch bei den oberen Nazi-Militärs beliebt war, die sich in großartigen Plänen die sogenannte Gauhauptstadt Kassel erträumten.

Das Denkmal für die Opfer des Faschismus in Auschwitz-Birkenau von Oskar Hansen und Bilder von Edi Hila im Innern der Torwache beschäftigen sich mit den ideologischen Verflechtungen von hochfliegender städtebaulicher Planung und der Politik axialer Anordnung. Das Äußere des Gebäudes ist in eine Installation von Ibrahim Mahama gehüllt, dessen zusammengenähte Jutesack-Collage unzählige Geschichten des globalen Handels in sich trägt, individuelle Erzählungen von Besitz und Enteignung, Narben einer größeren Narration von Migration wie auch Techniken der Maskierung und Tarnung.

Gepostet in Öffentliche Ausstellung
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