34 Freiheitsübungen: #16 Lingua Tertii Imperii
von Daniel García Andújar

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Daniel García Andújar, Eröffnung der Öffentlichen Programme der documenta 14 im Parko Eleftherias, Foto: Stathis Mamalakis

Demokratie ist zu einer Frage der Ästhetik geworden, die Bühne der Öffentlichkeit nunmehr eine Art inszeniertes Videospiel oder eine Operette mit einigen wenigen einstudierten Rollen. Diese Operette steht Tag für Tag auf dem Programm – für ein Publikum, das von den Folgen der „Krise“ überwältigt ist und in der Meinung, kritisch zu denken, einem falschen und abgekarteten, frivolen, eitlen und lächerlichen Skript applaudiert. Denn zugleich wird dieses Publikum bei dem Spiel von den Massenmedien kalt gestellt und vor den Mitbürger_innen vorsorglich desavouiert, sollte es jemals wagen, auf seinen hinteren Plätzen zu buhen.

Ein Raum für politische Bauchrednerei.
Sprache ist niemals unschuldig.
Architektur ist niemals unschuldig.
Bilder sind nie unschuldig.
Sie kämpfen offen den Nahkampf mit der Geschichte.
Diese Gebäude waren einst ein Krankenhaus.
Sie wurden später zum Hauptquartier der Verhörabteilung der griechischen Militärpolizei (EAT/ESA).
Heute sind darin das Eleftherios Venizelos Museum, das Museum des demokratischen Widerstands und die Öffentlichen Programme der documenta 14 im Parko Eleftherias (Freiheitspark) untergebracht.
Nimm Diogenes' Lampe mit und spaziere am helllichten Tag durch den Park auf der Suche nach einer ehrlichen Sprache.

Daniel García Andújar ist ein spanischer Foto- und Videokünstler, Aktivist und Kunsttheoretiker, der in Barcelona lebt. Als Künstler begann er in den späten 1980er Jahren hauptsächlich mit Video und Interventionen im öffentlichen Raum zu arbeiten, in denen es um Rassismus und Fremdenfeindlichkeit oder um den Missbrauch von Überwachungstechnologien geht. Die meisten seiner Kunstprojekte gründen auf gemeinsamer, kritischer Recherche zu Erscheinungen des politischen, historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens sowie ihrer Darstellung in den Medien: Körperpolitik, Korruption, Zensur, Fremdenfeindlichkeit, Stadtentwicklung, Kulturindustrie, Einbeziehung und Ausschluss durch Technologien, und Umgang mit dem öffentlichen Raum. Andújars theoretische und künstlerische Arbeit greift in den öffentlichen Raum ein. Sie nutzt die digitalen Medien ebenso wie die Kommunikationsstrategien der Konzerne, die hinter diesen stehen. Dabei wechselt sie ständig zwischen den Gebieten des Realen (der Stadt) und des Virtuellen (des Netzes).

Gepostet in ­­­Öffentliche Programme
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