Die Gesellschaft der Freund_innen von Halit: Kein Mensch ist illegal
mit Martin Rapp, Rex Osa und Ralf Homann

JUN
16
20–22 Uhr
Fridericianum, Friedrichsplatz 18, Kassel
Als Livestream verfügbar
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Vor zwanzig Jahren wurde die Kampagne kein mensch ist illegal im Hybrid Workspace der documenta X als dezentrales Netzwerk von antirassistischen, migrantischen und flüchtlingssolidarischen Gruppen gegründet und steht seitdem für den Kampf gegen die Vorstellung und Politik, die Menschen zu "Illegalen" erklärt und ihnen das Recht abspricht, überhaupt Rechte zu besitzen.

Entstanden ist eine Kampagne, die sich gerade aufgrund ihres bewusst offenen Charakters weltweit verbreitete und seitdem für den Kampf gegen die Illegalisierung von Geflüchteten und für globale Bewegungsfreiheit steht: „Kein Mensch ist illegal“.

In einer Aktionswoche vom 19.–25. Juni 2017 soll an die Themen der Kampagne „Kein Mensch ist illegal“ angeknüpft werden, die insbesondere nach der kurzzeitigen Öffnung der Grenzen im Sommer 2015 und den darauffolgenden Asylrechtsverschärfungen in neuem Licht erscheinen. Eine Politik der massiven Entrechtung sieht sich auch heute wieder von einem gesamtgesellschaftlichen Rassismus legitimiert. Mit dieser Veranstaltung wollen wir uns diesen Entwicklungen annähern und damit die kommende Aktionswoche einleiten.

In der Auseinandersetzung mit dem 1997 verfassten Manifest hören wir die Stimmen von damals und spannen den Bogen in die Gegenwart zu aktuellen Auseinandersetzungen um Rassismus, Bleiberecht und gleiche Rechte für alle. Das Manifest greift verschiedene Aspekte auf, mit denen Menschen, die in die sogenannte "Illegalität" gedrängt wurden, kämpfen müssen. Es liest sich erschreckend aktuell. Und dennoch: das Manifest ist 20 Jahre alt und die Situation ist nicht die Gleiche wie damals. Nach kurzen Einleitungen von Aktivist_innen, die 1997 bei der Gründung des Netzwerks dabei waren, Refugee-Aktivist_innen und Vertreter_innen von „Kein Mensch ist illegal“ Kassel werden wir in einen offenen Austausch gehen und die gegenwärtige Situation im Licht von zwanzig Jahren „Kein Mensch ist illegal“ reflektieren. An diesem Abend soll es keineswegs nur um den Input vermeintlicher Expert_innen auf dem Podium gehen, sondern um die Erfahrungen und Positionen aller, die anwesend sein werden.

Bei allen Veranstaltungen der Society of Friends of Halit ist der Eintritt frei.

Koordiniert von Ayşe Gülec, Initiative 6. April, und Kassel postkolonial


Martin Rapp ist ein Journalist, dessen Augenmerk besonders auf den Themenfeldern Arbeit, Migration und ihren Schnittmengen liegt und der außerdem Ausbildungsberater bei Arbeit und Leben ist. Zuvor hat er beim Bielefelder StadtBlatt, der Bundesarbeitsgruppe Kirchenasyl, dem Dokumentationszentrum und Museum für Migration in Deutschland (DOMiD) sowie für verschiedene Ausstellungen gearbeitet, z.B. für Projekt Migration (Kölnischer Kunstverein, 2005/06). Er ist Gründungsmitglied von „kein mensch ist illegal“ und aktiv in anti-rassistischen Initiativen engagiert, etwa der bundesweiten Gruppe Tribunal NSU-Komplex Auflösen.

Rex Osa ist geflüchteter Aktivist aus dem Karawane Netzwerk und Gründer von „Flüchtlinge für Flüchtlinge“ in Stuttgart. Als politisch Verfolgter in Nigeria flüchtete Rex Osa im Jahr 2005 nach Deutschland, wo er auf Repressalien, Isolation und institutionellen Rassismus traf. Als Kritiker der deutschen Flüchtlingspolitik ist er seit über zehn Jahren in verschiedensten Initiativen aktiv. Er spricht sich für das Empowerment, die Selbstbestimmung und die Selbstorganisation der Geflüchteten aus. Osa stellt fortwährend die Position der Flüchtlinge dar, etwa im Kontext von internationalen Plattformen zum Thema Migration und Lebensbedingungen von Geflüchteten. Dabei legt er das Augenmerk auf die Gründe der Flucht.

Ralf Homann ist Künstler und Aktivist sowie Gründungsmitglied von „kein mensch ist illegal“. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit Themen wie Anti-Rassismus, Migration und Widerstand.

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