Keimena #30: Sound Cage: A Portrait of Katalin Ladik
von Kornél Szilágyi (Igor Buharov)

Aufgrund von Urheberrechtsbeschränkungen kann nur ein kurzes Segment des Films hier gezeigt werden.

Montag, 10. Juli 2017, 24.00 Uhr auf ERT2
Sound Cage: A Portrait of Katalin Ladik, 2015, Ungarn, 60 Min.
Regie: Kornél Szilágyi (Igor Buharov)

Dieser Film kann sieben Tage lang nach der Ausstrahlung auf ERT2 auf Abruf gestreamt werden. Bitte beachten Sie, dass die Filme in Originalsprache mit griechischen Untertiteln gezeigt werden, und nur innerhalb Griechenlands online gestreamt werden können.


In Sound Cage: A Portrait of Katalin Ladik von Kornél Szilágyi (der auch unter dem Namen Igor Buharov bekannt ist) treffen die vielen Sprachen der serbisch-ungarischen Dichterin, Schauspielerin und bildenden Künstlerin Katalin Ladik aufeinander. Es gibt da eine Sprache, die wir alle verstehen und in der Ladik die Geschichte ihres Lebens erzählt. Diese Sprache ist durchsetzt von der Sprache ihrer Gedichte — Worte, die treiben, verfließen und anbranden gleich dem Meer an der Küste der Insel Hvar in Kroatien, wo wir sie sehen, wenn sie die folgenden Worte rezitiert: „Wer auf die Asche tritt / unter dem Himmel / gleitet. / Unsere Leidenschaften verbrennen sie / zu Staub Tag für Tag / und stürzen in den Schaum.“

An dieser Stelle können wir die Sprache von Ladiks Körper als das hauptsächliche Instrument ihrer Bühnenperformances, bei den schamanischen Zusammenkünften in Novi Sad während der 1960er Jahre und als die schroffe, aber dennoch verführerische Präsenz während all dieser Happenings betrachten. Den am meisten auserlesenen Teil ihrer Sprache und ihres Körpers jedoch hören wir: ihre Stimme. Sie zittert, kreischt, rotiert, kommt aus dem Kopf, der Kehle, dem Bauch – alle diese hohen und tiefen Töne manifestieren sich als das große Instrument Katalin Ladiks.

Seit den frühen 1970er Jahren transformiert Ladik vorgefundenes Material wie Nähanleitungen, Zeitungsausschnitte und Schaltkreise von Computern zu visuellen Partituren für musikalische Performances. Diese Partituren „liest“ sie mit jedem Teil ihrer Stimme, lässt die Alltagsreferenzen in den Collagen atmen. Und indem sie dies tut, verwandelt Ladik das Bild zum Gedicht zur Performance zu Musik.

Doch stets kehrt sie zu ihrer ersten Liebe zurück — zur Sprache. Zu den Worten ihres Lebens und ihrer Dichtung, zu den Artikulationen ihres Körpers und zur unendlich komplexen Sprache ihrer Stimme.

—Hendrik Folkerts, Kurator documenta 14

Gepostet in Öffentliches Fernsehen am 10.07.2017