Pile o´ Sápmi Tribute
mit Matti Aikio, Ken Are Bongo, Mai-Lis Eira, Elle Márjá Eira und Morten Hyld Pettersen

SEP
3
Konzert mit Videoprojektionen
23–1 Uhr
Goldgrube, Eisenschmiede 85, Kassel
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Foto: Morten Hyld Pettersen 

Freier Eintritt
Die Türen öffnen um 22 Uhr

Der junge Rentierhirt Jovsset Ánte Sara zieht ganz allein gegen den norwegischen Staat vor Gericht. Die staatlichen Verordnungen zwingen ihn dazu, seine Rentierherde bis auf eine Zahl von fünfundsiebzig Tieren zu schlachten, was nichts anderes bedeutet, als dass ihm die Lebensgrundlage entzogen wird. Gleichzeitig stellt seine Schwester, die Künstlerin Máret Ánne Sara, mit ihrer Arbeit Pile o´ Sápmi drängende Fragen, die sich an den norwegischen Staat wenden und zum rechtlichen Schutz der Rentierhirt_innen und der Gesellschaft insgesamt aufrufen.

Máret Ánne Sara hat Künstler_innen von Sápmi bis Kassel eingeladen, ihre Installation Pile o´ Sápmi mit Filmen und Musik zu unterstützen. Dies ist die zweite Hommage an Pile o´ Sápmi — die erste fand während der zweiten Anhörung gegen die norwegische Regierung bezüglich ihres Vorgehens zur erzwungenen Dezimierung der Rentierbestände im Januar 2017 in Tromsø statt.

Als Teil des Projekts Pile o´ Sápmi Projekts zeichnet Elle Márjá Eiras Musik die Überschneidung von joik (ein traditioneller Gesangsstil der Samen), Elektronik und indigener Musik aus. Gemeinsam mit Morten Hyld Pettersen wird sie einige Lieder vortragen. Das Konzert wird von Bildmaterial von Mai-Lis Eira und Matti Aikio begleitet, das das norwegische Gesetz zur Rentierhaltung, das Verfahren gegen die erzwungene Dezimierung der samischen Rentierherden und Pile o´ Sápmi umkreist.


Mai-Lis Eira ist eine samische Filmemacherin. Sie verfolgte den Fall Jovsset Ánte Sara bereits, als dieser vor einem Bezirksgericht verhandelt wurde, und stieß dabei auf Máret Ánne Saras Projekt Pile o´ Sápmi. Seit dieser Zeit folgt sie den beiden Geschwistern und dokumentiert fortlaufend deren Arbeit.

Elle Márjá Eira ist Multimediakünstlerin und eine von Sápmis bekanntesten Performerinnen. Sie ist auch Filmproduzentin, die Gedichte durch Musik, Film und Klanglandschaften visualisiert. Aufgewachsen ist sie in einer Familie von Rentierzüchter_innen in Kautokeino, Norwegen, ihre Inspiration schöpft sie aus ihrer Kindheit, dem Leben im hohen Norden und der Rentierhaltung. Nebeninternationalen Auftritten mit ihrer eigenen Band, darunter Konzerte in Brasilien, Guatemala, Deutschland, Kanada, der Schweiz, den USA, Russland und Finnland, arbeitet Eira musikalisch mit John Paul Jones (Led Zeppelin) und Lucy Parnell in der kürzlich gegründeten Band Snoweye zusammen.

Morten Hyld Pettersen ist Musiker und Musikproduzent aus Alta, Nordnorwegen.

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