Das Parlament der Körper: Oracle Drawings
mit Karen Finley, Adonis Volanakis, Chrysanne Stathacos und Sozita Goudouna

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Das von Sozita Goudouna und Paul B. Preciado initiierte und kuratierte Projekt „Oracle Drawings“ umfasst die kollaborative Inszenierung einer öffentlichen partizipatorischen Installation von Karen Finley und Adonis Volanakis sowie ein einleitendes Ritual von Chrysanne Stathacos für das Parlament der Körper, die Öffentlichen Programme der documenta 14, und den spezifischen Kontext des Parko Eleftherias.

18:00–19:00 Uhr Chrysanne Stathacos (Pythia’s Warm Breath)

In Auseinandersetzung mit ihrem Text Delphi, The Womb of the Eurotic World und Pär Lagerkvists Die Sibylle schafft Chrysanne Stathacos ein Ritual des Atmens, der Meditation und des Heilens mit Kräutern und ätherischen Ölen, das den Schauplatz für den Auftritt von Karen Finleys Ritual bereitet.

19–21 Uhr Karen Finley und Adonis Volanakis
Prophecy Remains (Überreste der Weissagung)

Karen Finley und Adonis Volanakis sind einander 2012 in New York begegnet. Sie beide lehren im Fachbereich Art and Public Policy der Tisch School of Arts der New York University. Ihre kollaborative Praxis besteht darin, eine Schwelle zwischen einer Öffnung und einer Schließung in Form einer partizipatorischen Live-Installation zu inszenieren. Sie trinken gern griechischen Kaffee. Ihre langen Diskussionen erstreckten sich von Erörterungen der Börsenkurse, der Rohstoffökonomie und Projekten mit Bürgerbeteiligung über Gespräche über die Menschheit und Alltägliches bis hin zum Überschreiten von Demarkationslinien und Grenzen, Trankopfern und Selbsthilfegruppen.

Ihre Zusammenarbeit wurde inspiriert von der Idee, eine Gelegenheit zu schaffen, die es erlaubt, sich mehr auf das Aufrufen vielfältiger Imaginationen zu konzentrieren als auf das Wiedererleben in der Erinnerung und das Auslösen von Traumata und Marter, die im Spukschloss des Verhörraums wohnen.

Unter freiem Himmel, im öffentlichen Eingangsbereich in den Park und die Natur, schaffen die Künstler einen poetischen Raum für die Weissagung und einen Zustand der Wachheit. Der Bereich ist mit weißer Gaze verhängt, die symbolisch für heilige Wunden oder die Bandagierung des Raums steht. Die lose verhüllten Bäume bilden einen Vorhang oder Draperien, die die Bäume und selbst den Boden als Zeugen ausweisen – Eintritt und Ausgang. Ist man einmal in den durch den Vorhang abgetrennten Bereich gelangt, wird einem griechischer Kaffee angeboten. Der Kaffee wird an Tischen zubereitet und serviert. Nach dem Genuss des Kaffees wird der Besucher in der Kunst des Kaffeesatzlesens unterwiesen. Die Kaffeetasse wird umgedreht, so dass der Kaffeesatz in der Untertasse gelesen und mit eigenen Worten beschrieben werden kann. Bei jedem Teilnehmer wird sodann eine Videoaufnahme seines Kaffeesatzes gemacht, die unterlegt wird mit einer Stimme, die auslegt, was in der Zukunft gesehen wurde.

Karen und Adonis stellen Frage um Frage und fordern einander dabei heraus: Wie liest du deine eigene Weissagung, und wie wird sie erfragt und prophezeit? Wer handelt hier? Was wird getilgt? Was wird zu Grabe getragen? Welchem Ding würdest du Leben einhauchen wollen?

Worin gründet die Zukunft? Wie definieren wir das Göttliche? Worin besteht der politische Augenblick, wie fertigen wir Zeichnungen von Orakeln an, wann lesen wir, worin alles gründet? Was sind die Bestandteile eines sozialen Abschließens und einer individuellen Öffnung?

21:00–21:30 Uhr Roundtable-Diskussion mit den Künstlerinnen und Sozita Goudouna

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut

Chrysanne Stathacos, Pythia’s Warm Breath for Parliament of Bodies, 2017

Gepostet in ­­­Öffentliche Programme
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