34 Freiheitsübungen: #23 Interior Effects as an Outcome of War
von Bonita Ely

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Bonita Ely, Eröffnung der Öffentlichen Programme der documenta 14 im Parko Eleftherias, Foto: Stathis Mamalakis

Wir laden Sie ein, in diesem Workshop mit der Künstlerin Bonita Ely über die anhaltenden, von einer Generation zur nächsten weitergegebenen Folgen nicht erkannter, unbehandelter posttraumatischer Belastungsstörungen (PTSD) bei den Angehörigen heimgekehrter Soldat_innen zu sprechen. Bonita Ely wird von den Erfahrungen ihrer Familie nach der Rückkehr ihres Vaters aus dem Zweiten Weltkrieg berichten. Die Künstlerin hat diese oft tragischen Folgen von nicht diagnostizierten PTSD zum Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit gemacht.

Wann immer Menschen Kriegsgewalt erleiden, wenn sie als traumatisierte Soldat_innen heimkehren, als Flüchtlinge und Migrant_innen überall in der Welt aus Ländern fliehen, in denen der Krieg wütet, um anderswo Schutz zu suchen, sind mitunter noch mehrere spätere Generationen indirekt und direkt den traumatisierenden Folgen des Krieges ausgesetzt. Die Nachkommen werden ebenso traumatisiert – durch epigenetische Übertragung, akute Ängstzustände, Unsicherheit und familiäre Gewalt.

Maximal 20 Teilnehmer_innen, Anmeldung unter: program@documenta.de.


Bonita Ely ist eine australische Künstlerin. In ihrer interdisziplinären Kunst geht es meist um Umweltfragen oder gesellschaftlich-politische Themen. Sie erfindet Fantasiefiguren, erhellende Mythologien und Erzählungen, um sich mit den Ursachen und Folgen von Umweltzerstörung und sozialer Ungleichheit auseinanderzusetzen. In den 1970er Jahren stellte sie mit ihrer Arbeit Locust People (Heuschreckenvolk) einen Bezug zwischen den Heuschreckenplagen und unserer Ausbeutung natürlicher Ressourcen her. Die Zutaten für ihre Kochdemonstrations-Performances Murray River Punch (1979) waren Schadstoffe, die den Murry River verschmutzten. Zu ihren Arbeiten im öffentlichen Raum gehört Thunderbolt (2010), eine Veranschaulichung des Energieverbrauchs in ihrer Nachbarschaft. Eine ihrer kreativen Methoden war die forensische Verzeichnung der Umweltzerstörung. Im Gegensatz dazu besteht Interior Decoration (seit 2013) aus der Schlafzimmereinrichtung ihrer Eltern, die Ely zu einer unheimlichen Installation formverwandelte und militarisierte. Die Arbeit verhandelt die seelischen Folgen posttraumatischer Belastungsstörungen durch Kriegserlebnisse. Bonita Ely ist Associate Professor an der Art and Design Facultry der University of New South Wales, Sydney, und dort auch Mitglied der Environmental Research Initiative for Art (ERIA).

Gepostet in ­­­Öffentliche Programme
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