UNESCO verleiht al-Khalil/Hebron Weltkulturerbe-Status

Ahlam Shibli, Ohne Titel (Occupation no. 1), al-Khalil, Palästina, 2016–17, Chromogener Abzug, 100 × 150 cm.

Islamischer Friedhof, al-Shuhada Street, Hay al-Yahud/Avraham Avinu Siedlung, Altstadt, nördlicher Teil der Stadt, al-Khalil, 25. Dezember 2016.

Blick vom al-Rahma Hügel. Juden haben freien Zugang zur al-Shuhada Street; für Palästinenser ist der Zugang nur möglich, wenn sie Anwohner sind, die von der israelischen Armee (IDF) am Checkpoint registriert sind – und nur zu Fuß. Sie müssen ihre Registrierung jedes Jahr erneuern. Alle palästinensischen Läden auf der al-Shuhada Street und in der Hay al-Yahud/Avraham Avinu Siedlung sind per israelischer Militärorder geschlossen. Infolge ständiger Schikane durch israelisches Militär und Siedler sind meisten palästinensischen Häuser verlassen.

Meine fotografische Arbeit Occupation – die zur Zeit im EMST – Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst, als Teil der documenta 14 zu sehen ist – zeichnet die Zerstörung der palästinensischen Lebensgrundlage in der Stadt al-Khalil/Hebron durch das israelische Kolonialregime und seine Siedler nach. In dem einführenden Statement, das die Arbeit begleitet, zitiere ich Imad Hamdan, den Leiter des Hebron Rehabilitation Committee, mit den Worten: „In al-Khalil konzentriert sich das gesamte Unheil der Besatzung.“ Er bezieht sich auf die israelische Besatzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und insbesondere der antiken palästinensischen Stadt al-Khalil/Hebron.

Am Freitag, den 7. Juli 2017, hat die UNESCO al-Khalil/Hebron zum palästinensischen Weltkulturerbe erklärt. Ebenso hat die UNESCO die Stadt auf die Liste der „gefährdeten“ Stätten des Weltkulturerbes gesetzt. Diese Entscheidung hat die israelische Regierung schwer verärgert. Premierminister Benjamin Netanyahu kündigte infolgedessen eine Kürzung der Zahlungen Israels an die UN an. Die Entscheidung der UNESCO erkennt die verheerenden Auswirkungen der israelischen Besatzung implizit an. Sie wird die palästinensischen Anstrengungen unterstützen, die Altstadt von al-Khalil/Hebron zu erhalten, zu restaurieren und mit neuem Leben zu erfüllen, und so zu ihrem Kampf um Befreiung von der Besatzung beitragen.

—Ahlam Shibli

Ahlam Shibli, Occupation, al-Khalil/Hebron, Palestine, 2016–17, 32 Fotografien, Installationsansicht EMST – Nationales Museum für Zeitgenössische Kunst, Athen, 
documenta 14, Foto: Mathias Völzke

Gepostet in Notizen am 13.07.2017
Verwandte Einträge

Ahlam Shibli

Ahlam Shiblis fotografische „Reportagen“ – ich verwende diesen Ausdruck hier, da eine ausführliche Diskussion darüber zu viel Raum einnehmen würde – für die documenta 14 schließen laut Mitteilung…

 Mehr
Künstler_innen