Oscar Masotta
(1930–1979)

Oscar Masotta, Installationsansicht, Athener Konservatorium (Odeion), documenta 14, Foto: Yiannis Hadjiaslanis

1967, also genau vor einem halben Jahrhundert, veröffentlichte der Intellektuelle und Künstler Oscar Masotta (geboren 1930 in Buenos Aires, gestorben 1979 in Barcelona) das Buch Happenings. Die Publikation versammelte verschiedene Artikel und Dokumente, die dazu bestimmt waren, zwei Kunstgenres innerhalb der argentinischen Avantgarde der 1960er Jahre einander gegenüberzustellen. Auf der einen Seite stand das „alte“ Konzept des Happenings sowie dessen Theorien und spezifischen Realisierungen in Buenos Aires, das Allan Kaprow 1966 als die „Stadt der Happenisten“ bezeichnete; auf der anderen das neue Genre des Anti-Happening: eine neu auftauchende Erfahrung, ausgelöst von der Gruppe Arte de los medios de communicación de masas (Kunst der Massenmedien). Diese Gruppe (die aus den Künstlern Roberto Jacoby, Eduardo Costa und Raúl Escari bestand) versuchte einen Schritt weiter in Richtung der Entmaterialisierung von Kunst zu gehen, wobei die alleinige Realität in den Kreisläufen der Massenmedien ausgemacht wurde, die sich im gesellschaftlichen Leben auflösen sollten.

—Anna Longoni

Gepostet in Öffentliche Ausstellung