KSYME-CMRC
(gegründet 1979)

KSYME-CMRC, Archivmaterialen, Installationsansicht, Athener Konservatorium (Odeion), Athen, documenta 14, Foto: Yiannis Hadjiaslanis

KSYME-CMRC, EMS Synthi 100, 1971, analoger Synthesizer gebaut von Electronic Music Studios, London, Installationsansicht, Athener Konservatorium (Odeion), Athen, documenta 14, Foto: Yiannis Hadjiaslanis

KSYME-CMRC, Archivmaterialen, Installationsansicht, Athener Konservatorium (Odeion), Athen, documenta 14, Foto: Mathias Völzke

KSYME-CMRC, Archivmaterialen, Installationsansicht, Athener Konservatorium (Odeion), Athen, documenta 14, Foto: Mathias Völzke

Das Contemporary Music Research Center (KSYME-CMRC) wurde 1979 in Athen von Iannis Xenakis, Giannis G. Papaioannou und Stephanos Vassiliadis mit dem Ziel gegründet, elektroakustische Musik und Soundpraktiken in Griechenland zu etablieren. Es entwickelte sich aus dem Labor für elektronische Musik (ΕΡΓΗΜ), einem Projekt der Hellenischen Gesellschaft für Zeitgenössische Musik. Obwohl staatliche Unterstützung bereits in den frühen 1980er Jahren eingestellt wurde, hat das KSYME-CMRC weiterhin Forschungs- und Bildungsprogramme angeboten und darüber hinaus Festivals und institutionelle Kooperationen ausgerichtet, wobei enge Verbindungen mit dem Musikerbe Griechenlands und den zukunftsweisenden Musikarchiven und den Instrumenten in deren Beständen geknüpft wurden. Die einzigartige Ausstattung des Zentrums genießt Kultstatus. Es findet sich dort etwa Iannis Xenakis’ UPIC, das entwickelt wurde, um Zeichnungen und andere visuelle Daten mittels eines elektromagnetischen Stiftes in Sound zu übersetzen, was für musikalische Schöpfungen in einer sich entwickelnden technologischen Welt ungeahnte Möglichkeiten erschloss. Mycenae Polytopon, das letzte Werk einer Reihe von ortsspezifischen Arbeiten Xenakis’, war eine Performance aus dem Jahr 1978. Es handelt sich dabei um das erste Beispiel eines solchen Kompositionsprozesses. Eingerichtet in den Ruinen Mykenes auf dem Peloponnes, wurden dabei eine Vielzahl von Musiker_innen, Sänger_innen, Schäfern mit ihren Herden sowie die Bewegung und das Licht eingebunden.

Die Zusammenarbeit zwischen KSYME-CMRC und der documenta 14 bemüht sich, diese innovativen Möglichkeiten zu erweitern. Im Zentrum des Projekts steht die Restaurierung des EMS Synthi 100 des KSYME-CMRC, eines seltenen Analogsynthesizers, der 1971 in einer limitierten Auflage von den Electronic Music Studios in London hergestellt wurde. Die Reaktivierung dieses Instruments, nachdem es vor etwa 20 Jahren seinen Dienst aufgab, ruft die Frage auf, was wir von einem „antiken“ elektronischen Betriebssystem und vom Kulturerbe, das es darstellt, lernen können. Eine Serie von vier documenta 14 Auftragsarbeiten für den EMS Synthi 100 des KSYME-CMRC ­– von Panos Alexiadis, Jonas Broberg, Marinos Koutsomichalis und Lisa Stenberg – werden am 19. und 20. April in der Konzerthalle Megaron in Athen aufgeführt. Das Instrument selbst wird anschließend für die Dauer der restlichen documenta 14 Ausstellung im Athener Konservatorium zu sehen sein.

Gepostet in Öffentliche Ausstellung
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